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Richtiges Verhalten im Stau

11.04.2017

Stau

Stoßstange an Stoßstange: Die Reisewelle führt zu vollen Autobahnen und zahlreichen Staus.

Darf man bei Stau auf der Autobahn aus dem Auto aussteigen? Oder den Standstreifen nutzen? Und wann ist am ehesten mit Stillstand zu rechnen? Wir haben die wichtigsten Informationen zum Thema Stau zusammengetragen.


Überlebenswichtig: Rettungsgasse bilden!

Sobald ein Stau entsteht, müssen Autofahrer eine Rettungsgasse bilden. Bei zweispurigen Autobahnen müssen Rettungsfahrzeuge in der Mitte durchpassen, bei Straßen mit drei und mehr Spuren wird die Rettungsgasse zwischen der linken und den übrigen Fahrspuren gebildet. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Verwarnungsgeld von 20 Euro.


Bei der nächsten Ausfahrt abfahren

Bei einem Stau die Autobahn bei der nächsten Abfahrt zu verlassen ist natürlich erlaubt, löst das Problem aber in der Regel nicht. Denn oft gibt es auf den Landstraßen hinter der Abfahrt neue Staus, und die Ausweichstrecken sind verstopft. 


Den Standstreifen freihalten

Egal, wie sehr es sich auch staut: Auf der Standspur zu fahren ist keine Alternative. Hier hat kein Fahrzeug etwas zu suchen. Wer dennoch den Standstreifen nutzt, etwa, um schneller zum Rastplatz oder zur Autobahnausfahrt zu gelangen, riskiert 75 Euro Bußgeld und einen Punkt. Einzige Ausnahme: Wenn Schilder den Standstreifen als eine weitere Fahrspur ausweisen.

Auch das Halten auf dem Standstreifen der Autobahn ist verboten. Wer dagegen verstößt, muss 30 Euro Verwarnungsgeld zahlen. Beim Parken wird es noch teurer: 70 Euro Bußgeld und ein Punkt.


Auf der Autobahn aussteigen

Laut Straßenverkehrsordnung (§ 18 Abs. 9 Satz 1) ist es auch im Stau nicht erlaubt, auf der Autobahn aus dem Auto auszusteigen. Das Betreten der Fahrbahn ist nur erlaubt, um einen Unfall abzusichern. Ein Verstoß wird mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro geahndet. 

Steht der Verkehr auf der Autobahn bei einer Vollsperrung für lange Zeit, wird die Polizei jedoch vermutlich auf eine Anzeige verzichten, wenn Sie kurz aussteigen und sich die Beine vertreten. Dabei dürfen Sie natürlich die Rettungskräfte nicht behindern. Sie sollten sich aber nie weit von Ihrem Fahrzeug entfernen - schließlich kann sich der Stau genauso schnell wieder auflösen, wie er entstanden ist.


Rechts überholen

Rechts überholen ist nur dann erlaubt, wenn der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen steht oder mit höchstens 60 km/h fährt. Bei stehendem Verkehr darf man rechts mit maximal 20 km/h vorbeifahren. Ist der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen in Bewegung, darf rechts mit einer Differenzgeschwindigkeit von höchstens 20 km/h überholt werden. Sie dürfen dann also höchstens 80 km/h schnell fahren. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Geldbuße von 100 Euro sowie einen Punkt.


Rückwärtsfahren und wenden

Rückwärtsfahren oder gar wenden auf der Autobahn ist natürlich auch im Stau tabu, es sei denn, die Polizei fordert dazu auf. Sonst drohen eine Geldbuße bis zu 200 Euro, 2 Punkte und ein Monat Fahrverbot.


Mit dem Handy telefonieren

Auch während eines Staus ist das Telefonieren ohne Freisprechanlage strikt verboten, sofern der Motor nicht ausgeschaltet ist. Zuwiderhandlungen werden mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt geahndet.


Mit dem Motorrad durch den Stau schlängeln

Motorradfahrer dürfen sich nicht zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurchschlängeln. Das wird mit einer Geldbuße von 100 Euro und einem Punkt geahndet. Links überholen ist Motorradfahrern zwar erlaubt, in den meisten Fällen bleibt ihnen jedoch nicht genug Platz, um einen ausreichenden Sicherheitsabstand zur Fahrzeugkolonne einzuhalten.


Die aktuelle ADAC Stauprognose finden Sie immer unter www.adac.de/stauprognose


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