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Richtiges Verhalten im Stau

27.07.2016

Stau

Stoßstange an Stoßstange: Die Reisewelle führt zu vollen Autobahnen und zahlreichen Staus

Darf man bei Stau auf der Autobahn aus dem Auto aussteigen? Oder den Standstreifen nutzen? Und wann ist am ehesten mit Stillstand zu rechnen? Wir haben die wichtigsten Informationen zum Thema Stau zusammengetragen.


Überlebenswichtig: Rettungsgasse bilden!

Sobald ein Stau entsteht, müssen Autofahrer eine Rettungsgasse bilden. Bei zweispurigen Autobahnen müssen Rettungsfahrzeuge in der Mitte durchpassen, bei Straßen mit drei Spuren zwischen der linken und der mittleren Fahrspur. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Verwarnungsgeld von 20 Euro.


Bei der nächsten Ausfahrt abfahren

Bei einem Stau die Autobahn bei der nächsten Abfahrt zu verlassen ist natürlich erlaubt, löst das Problem aber in der Regel nicht. Denn oft gibt es auf den Landstraßen hinter der Abfahrt neue Staus, und die Ausweichstrecken sind verstopft. 


Den Standstreifen nutzen

Egal, wie sehr es sich auch staut, die Standspur ist keine Alternative. Hier hat kein Fahrzeug etwas zu suchen. Wer dennoch den Standstreifen nutzt, etwa, um schneller zum Rastplatz oder zur Autobahnausfahrt zu gelangen, riskiert 75 Euro Bußgeld und einen Punkt. Einzige Ausnahme: Wenn Schilder den Standstreifen als eine weitere Fahrspur ausweisen. 


Auf der Autobahn aussteigen

Laut Straßenverkehrsordnung (§ 18 Abs. 9 Satz 1) ist es auch im Stau nicht erlaubt, auf der Autobahn aus dem Auto auszusteigen. Das Betreten der Fahrbahn ist nur zur Unfallsicherung erlaubt. Ein Verstoß wird mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro geahndet. 

Steht der Verkehr auf der Autobahn bei einer Vollsperrung für lange Zeit, wird die Polizei jedoch vermutlich auf eine Anzeige verzichten, wenn Sie kurz aussteigen und sich die Beine vertreten. Dabei dürfen Sie natürlich die Rettungskräfte nicht behindern. Sie sollten sich aber nie weit von ihrem Fahrzeug entfernen - schließlich kann sich der Stau genauso schnell wieder auflösen, wie er entstanden ist.


Rechts überholen

Rechts überholen ist nur dann erlaubt, wenn der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen steht oder mit höchstens 60 km/h fährt. Bei stehendem Verkehr darf man rechts mit maximal 20 km/h vorbeifahren. Ist der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen in Bewegung, darf rechts mit einer Differenzgeschwindigkeit von höchstens 20 km/h überholt werden. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Geldbuße von 100 Euro sowie einen Punkt.


Rückwärtsfahren und wenden

Rückwärtsfahren oder gar wenden ist natürlich auch im Stau tabu, es sei denn, die Polizei fordert dazu auf. Sonst drohen eine Geldbuße bis zu 200 Euro, 2 Punkte und ein Monat Fahrverbot.


Mit dem Handy telefonieren

Auch während eines Staus ist das Telefonieren ohne Freisprechanlage strikt verboten, sofern der Motor nicht ausgeschaltet ist. Zuwiderhandlungen werden mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt geahndet.


Mit dem Motorrad durch den Stau schlängeln

Motorradfahrer dürfen sich nicht zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurchschlängeln. Das wird mit einer Geldbuße von 100 Euro und einem Punkt geahndet. Links überholen ist Motorradfahrern zwar erlaubt, in den meisten Fällen bleibt ihnen jedoch nicht genug Platz, um einen ausreichenden Sicherheitsabstand zur Fahrzeugkolonne einzuhalten.


Verhalten an Baustellen

Ist die Stauursache eine Baustelle und ein Fahrstreifen fällt weg, ist das Reißverschlussverfahren anzuwenden. Dabei dürfen Sie vom endenden Fahrstreifen erst unmittelbar vor Beginn der Verengung auf den durchgehenden wechseln. Wer anderen das Einordnen nicht ermöglicht, dem droht ein Verwarnungsgeld von 20 Euro.


Die staureichsten Tage und Tageszeiten

Besonders samstags ist mit Staus zu rechnen - denn das ist der beliebteste An- und Abreisetag. Wer die Möglichkeit hat, sollte deswegen erst sonntags oder montags losfahren. Auch die Tageszeit spielt eine Rolle: Vor- und nachmittags ist mehr los als in den frühen Morgen- und den späteren Abendstunden.


Die aktuelle ADAC Stauprognose finden Sie immer unter www.adac.de/stauprognose


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