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ADAC Staubilanz 2015

staubilanz

So viele Staus wie im vergangenen Jahr gab es auf den deutschen Autobahnen noch nie. Wir registrierten 2015 rund 568.000 Staus und damit 20 Prozent mehr als im Vorjahr. 


Die gemeldeten Staulängen wuchsen um 17 Prozent und summierten sich auf eine Gesamtlänge von etwa 1,1 Millionen Kilometer – eine Stauschlange, die 28 Mal um die Erde reichen würde! 2014 betrug die Gesamtstaulänge "nur" knapp 960.000 Kilometer. Auch die Staustunden stiegen deutlich an: Standen die Autofahrer im Jahr 2014 noch insgesamt 285.000 Stunden im Stau, waren es vergangenes Jahr schon 341.000 Stunden. 


Staus nach Bundesländern:

Platz
Bundesland
Staulänge
(in km)
Staudauer
(in Stunden)
1
Nordrhein-Westfalen
322.633
104.933
2
Bayern
243.593
53.520
3
Baden-Württemberg
145.541
44.243
4
Hessen
92.482
24.769
5
Niedersachsen
84.862
26.938
6
Berlin
80.868
30.859
7
Rheinland-Pfalz
35.374
13.922
8
Hamburg
24.243
9382
9
Brandenburg
23.989
8092
10
Schleswig-Holstein
22.373
6368
11
Sachsen-Anhalt
17.989
6300
12
Sachsen
16.641
6064
13
Saarland
6723
2176
14
Thüringen
4155
1840
15
Bremen
2658
833
16
Mecklenburg-Vorpommern
1595
525


Stau-Spitzenreiter unter den Fernstraßen war 2015 die Autobahn A3 mit rund 170 Kilometern Stau pro Autobahnkilometer, gefolgt von der A8 (155 km) und der A5 (135 km). Besonders belastete Streckenabschnitte waren Oberhausen – Köln auf der A3, gefolgt von Stuttgart – Karlsruhe (A8) und Frankfurt – Würzburg (A3). 


Staureichster Wochentag war der Freitag mit durchschnittlich knapp 4000 Kilometern Stau. Am wenigsten Stillstand gab es an den Wochenenden: Im Schnitt kamen Samstag und Sonntag jeweils auf rund 1430 Kilometer Stau. Der Tag mit den meisten Staus im vergangenen Jahr war der Gründonnerstag (2. April 2015): Damals verzeichneten wir mit 8000 Kilometern Stau einen absoluten Spitzenwert.


Staus im Jahresverlauf

(Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Darstellung)

Der deutliche Stauzuwachs hat mehrere Gründe: Einerseits ist die Erfassung der Verkehrslage durch Fahrzeugflotten-Daten noch genauer geworden, andererseits hat auch das Verkehrsaufkommen zugenommen, wie aktuelle Fahrleistungsdaten der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) belegen. Auch die rege Bautätigkeit auf den Autobahnen war eine der Stauursachen. 


Autobahnnetz stößt an Kapazitätsgrenzen


Die neuerliche Zunahme der Staus im vergangenen Jahr macht deutlich, dass das Autobahnnetz immer stärker an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Es besteht immenser Handlungsbedarf, die vielen Engpässe zu beseitigen, doch der Ausbau der Fernstraßen hinkt dem Verkehrswachstum deutlich hinterher. Von den 2200 Kilometern Autobahn, die laut Bedarfsplan zwischen 2001 und 2015 vordringlich hätten ausgebaut werden sollen, wurde bis heute nur etwa die Hälfte realisiert. 


Daher muss im neuen Bundesverkehrswegeplan, der im März 2016 veröffentlicht wird, beim Neu- und Ausbau der Fokus auf die Engpassbeseitigung im Autobahnnetz gelegt werden. Die angesichts des hohen Sanierungsbedarfs knappen Finanzmittel sollten dabei vorrangig für überregional bedeutsame Ausbauvorhaben verwendet werden. Deswegen sollten diese Vorhaben im neuen Bundesverkehrswegeplan unabhängig von Länderquoten in die höchste Dringlichkeit eingestuft werden. Eine Zweckentfremdung der für diese Bauprojekte vorgesehenen Geldbeträge muss ausgeschlossen sein.


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