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Entspannt durch den Stau? So geht‘s

29.07.2016

Nina_Wahn

Gut vorbereiten und die Vorfreude auf das Ziel behalten: Verkehrspsychologin Nina Wahn verrät, wie Sie das Stauwochenende überstehen.

An diesem Wochenende wird die gewaltigste Blechlawine des Jahres über unsere Straßen rollen. Urlauber haben viel Vorfreude im Gepäck, blicken aber auch mit Sorgen auf die verstopften Straßen. Wie gehen sie am besten mit dieser Situation um? Wir haben unsere Verkehrspsychologin Nina Wahn interviewt.


Frau Wahn, jedes Jahr gibt es Mega-Staus zur Urlaubszeit. Brauchen Autofahrer dieses Stau-Erlebnis?

 

Wir sind Gewohnheitstiere. Mit dem Gedanken, im Stau zu stehen, können wir uns oft besser anfreunden als mit dem, uns auf einer völlig neuen und unbekannten Route zurechtzufinden. Vielleicht verbinden wir Stau schon mit dem positiven Gefühl, gleich im wohlverdienten Urlaub anzukommen. Manchmal sind wir aber auch Herdentiere. Wir fühlen uns sicher unter anderen Menschen. Selten geht es in Warteschlangen so geregelt zu wie im Stau: Alle müssen warten, keiner, der eben noch hinter uns war, wird einfach vor uns bedient. Das gemeinsame Leiden hilft, die Hilflosigkeit leichter zu ertragen.


Und falls sich Autofahrer über den Stillstand ärgeren: Wie bekommen sie ihren Zorn in den Griff?

 

Die Macht- und Hilflosigkeit lässt uns manchmal verzweifeln. Haben wir es dann noch eilig oder hatten wir einen schlechten Tag, schlägt das schnell in Frustration um. Es hilft, sich bewusst zu machen, dass die Situation sich nicht ändert, wenn man sich ärgert. Stattdessen können wir die selten gewordenen Stillstand-Momente nutzen, um uns umzusehen und unsere Umwelt bewusst wahrzunehmen. Auch eine bekannte Atemübung hilft, sich etwas zu beruhigen: die 4-6-8-Methode. Atmen Sie ein und zählen Sie dabei bis vier, Luft anhalten und dabei bis sechs zählen, anschließend ausatmen und bis acht zählen. Und wenn Sie dann noch Ihren wartenden Nebenmann freundlich anlächeln, kann man den Stau ganz entspannt überstehen.


Wer mit der Familie unterwegs ist: Wie können Urlaubsreisende den Familienfrieden im Stau retten?


Auch hier gilt es, den Blickwinkel auf die Situation zu verändern. Statt sich darüber zu ärgern, im Stau warten zu müssen, freuen Sie sich über die ungestörte Zeit mit Ihrer Familie. Malen Sie sich gemeinsam aus, was Sie im Urlaub alles erwartet. Gemeinsames Singen oder auch Autofahrspiele vertreiben die Zeit und machen besonders den Kindern Spaß. Denken Sie sich zum Beispiel Sätze zu einem bestimmten Thema aus, die mit den Buchstaben von Kennzeichen beginnen. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf. Und fahren Sie nicht unvorbereitet los: Genug Verpflegung und Getränke helfen, das ein oder andere Quengeln zu beschwichtigen – bei Groß und Klein.


Schafft Umwege fahren Erleichterung, auch wenn es dadurch länger dauert?

 

Generell gilt: Umfahren Sie Stau frühzeitig und großräumig. Es gibt uns am Ende der Strecke ein besseres Gefühl, die Fahrt über in Bewegung gewesen zu sein. Der objektive Zeitverlust spielt dann häufig keine so große Rolle. Doch: Eine Sicherheit für staufreie Umfahrungen gibt es nicht. In Zeiten von Navigationssystemen sind oft die geheimen Schleichwege nicht mehr ganz so geheim.


Welche Strecken besonders gefährdet sind, lesen Sie in unserer aktuellen Stauprognose.

So verhalten Sie sich richtig im Stau.


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