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Sündenfall auf der Straße

Todsünden

Handyklingeln, Zebrastreifen, Notbremsung, nochmal Glück gehabt: Handelt es sich hierbei um eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat? Sieben Beispiele, wann Autofahrer die Grenzen überschreiten. 


Wer andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, grob verkehrswidrig und rücksichtslos handelt, macht sich strafbar. Der Unterschied zur Ordnungswidrigkeit ist groß. Während hier für Verstöße im Bußgeldkatalog feste Sätze angelegt sind, urteilen die Richter bei Straftaten je nach Einzelfall. Und da geht es schnell um Tausende Euro, denn das jeweilige Einkommen wird als Berechnungsbasis zugrunde gelegt: 30 Tagessätze entsprechen einem Monatsnettogehalt. Während man bei Ordnungswidrigkeiten mit maximal drei Monaten Fahrverbot davonkommt und der Führerschein anschließend automatisch zurückgegeben wird, droht bei der Straftat der Entzug der Fahrerlaubnis. 


Auch eine Vorstrafe droht


Dann gilt eine Mindestsperre von sechs Monaten, nach deren Ablauf die Behörden prüfen, ob eine neue Erlaubnis erteilt wird oder erst eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung absolviert werden muss. Zwei bzw. drei Punkte im Flensburger Fahreignungsregister kommen außerdem dazu. Noch drastischer: Als vorbestraft gelten Verkehrsrowdys, die zu mehr als 90 Tagessätzen verurteilt werden, oder wenn bereits eine Vorstrafe gespeichert ist.


Unsere Verkehrsjuristen haben sieben schwere Verkehrssünden und ihre Folgen zusammengestellt:


1. Unfallflucht 

  • Ordnungswidrigkeit: Autofahrer, die ein parkendes Fahrzeug anrempeln und beschädigen, werden von der Polizei mit bis zu 35 Euro verwarnt. 
  • Straftat: Wer nach dem kleinsten Crash einfach wegfährt, obwohl er den Unfall bemerkt hat, bezahlt eine Geldstrafe. Zusätzlich riskiert er seinen Führerschein und den Versicherungsschutz.


2. Rowdys in der Tempo-30-Zone 

  • Ordnungswidrigkeit: Wer mit 50 km/h in einer Tempo-30-Zone fährt, zahlt laut Bußgeldkatalog 35 €, Punkte gibt es dafür keine. 
  • Straftat: Fahrer, die hier zu schnell unterwegs sind und dabei rücksichtslos oder grob verkehrswidrig z. B. an einer Einmündung die Vorfahrt der von rechts kommenden Verkehrsteilnehmer missachten, gefährden den Straßenverkehr. Werden andere deshalb zu einer Notbremsung gezwungen, heißt es im Gerichtsurteil häufig: 45 Tagessätze Strafe und Entzug der Fahrerlaubnis.


3. Handy am Steuer

  • Ordnungswidrigkeit: Mit dem Handy oder Smartphone am Steuer erwischt zu werden, bedeutet 60 € Geldbuße und einen Punkt. 
  • Straftat: Rücksichtslose Fahrer, die wegen des Telefons am Ohr Fußgänger auf dem Zebrastreifen gefährden, werden zu einer Geldstrafe verurteilt und gehen nicht weniger als sechs Monate zu Fuß.


4. Fahren mit Promille

  • Ordnungswidrigkeit: Autofahren mit 0,5 Promille kostet 500 €, einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg – aber nur, wenn nichts weiter passiert. 
  • Straftat: Wer mit demselben Alkoholgehalt einen Unfall verursacht, muss mit mindestens 45 Tagessätzen Strafe rechnen und die Fahrerlaubnis ist mindestens sechs Monate weg. Außerdem gibt es Probleme mit der Versicherung: Sie wird den vollen Schaden nicht bezahlen bzw. Regress fordern.


5. Drängeln 

  • Ordnungswidrigkeit: Wer auf der Autobahn zu nahe auf den Vordermann auffährt, z. B. bei 120 km/h nur 20 Meter Abstand hält, zahlt 100 € und kriegt einen Punkt in Flensburg. 
  • Straftat: Wird der Fahrer des vorausfahrenden Autos dabei mit Lichthupe zum Spurwechsel gedrängt, ist das Nötigung. Bei einer Verurteilung drohen häufig 30 Tagessätze und sechs Monate Sperrfrist für den Führerschein.


6. Überholen trotz Verbot

  • Ordnungswidrigkeit: Autofahrer, die ein Überholverbot missachten, bezahlen 150 € Geldbuße und bekommen einen Punkt. 
  • Straftat: Überholen Verkehrsrowdys trotz Verbots an einer unübersichtlichen Stelle und zwingen den Gegenverkehr zum Ausweichen auf die Bankette, wird das als Straftat geahndet. Kosten: mindestens ein Monatsgehalt. Und der Führerschein ist auch futsch.


7. Trotz roter Ampel aufs Gaspedal 

  • Ordnungswidrigkeit: Fährt ein Verkehrsteilnehmer aus Unachtsamkeit über eine Ampel, die bereits länger als eine Sekunde rot war, gibt es 200 € Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. 
  • Straftat: Gibt ein Autofahrer trotz roter Ampel noch mal richtig Gas, um über die Kreuzung zu kommen, und gefährdet dadurch andere Verkehrsteilnehmer, wird er zum Straftäter. Die Folgen: auf jeden Fall 30 Tagessätze Strafe und Führerscheinentzug.


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