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Was tun nach einem Unfall?

17.07.2017

Sommer, Sonne, Sicherheit: Wer gut vorgesorgt hat, spart bei einem Unfall viel Zeit, Geld und Ärger - auch im Ausland. Mit unseren Tipps meistern Sie die Phasen nach einem Unfall. 



  • Unfall im Ausland 
    Vor Reiseantritt sollten Sie Ihren Versicherungsschutz checken, ob Pannenhilfe, Verschrottung und Heimtransport von Verletzen und beschädigtem Fahrzeug eingeschlossen sind. Die "Grüne Karte" sollten Sie immer dabei haben, da dieser Versicherungsnachweis die Abwicklung eines Schadens erleichtert. Gehört Ihr Urlaubsland zur Europäischen Union, hilft bei Schwierigkeiten der Schadensabwicklung der Schadensregulierungsbeauftragte des Landes weiter. 

    Ist ein Unfall im Ausland passiert, gelten die gleichen Regeln wie in Deutschland. Auch die Notrufnummer 112 ist europaweit einheitlich. Sie sollten den europäischen Unfallbericht ausfüllen, der mehrsprachig beim ADAC erhältlich ist. In vielen Ländern kommt die Polizei nicht mehr zu Bagatellschäden. Trotzdem sollte sie bei hohem Schaden, nach Fahrerflucht, heftigem Streit oder Problemen mit den Versicherungsdaten gerufen werden. Sofern Urlauber verletzt wurden, sollte die Polizei das aufnehmen. Ein Arzt ist umgehend aufzusuchen, um mit dem Attest Schadensersatz- oder Schmerzensgeldansprüche geltend machen zu können. Ratsam ist, den Zentralruf der Autoversicherer sowie weitere Notfall-Nummern zu speichern.

  • Unfallstelle sichern
    Schalten Sie die Warnblinkanlage ein, legen Sie die Warnweste an und stellen Sie das Warndreieck auf (Abstand: 50 bis 150 Schritte). Unbedingt auf die eigene Sicherheit achten! Nun gegebenenfalls Erste Hilfe leisten und Rettungsdienst rufen (Tel. 112).
  • Polizei rufen?
    Bei Verletzten, hohem Sachschaden, fehlender Einigung, wenn der Unfallgegner sich unerlaubt von der Unfallstelle entfernt hat oder keine Versicherungsdaten des Unfallgegners vorliegen, sollte die Polizei gerufen werden. Achtung: Bei Mietfahrzeugen und Firmenfahrzeugen kann das vertraglich verpflichtend sein.
  • Beweissicherung
    Zeugenanschriften sollten notiert und die Unfallstelle aussagekräftig fotografiert werden. Dabei auf den Verkehr und die eigene Sicherheit achten! Bei Bagatellschäden die Unfallstelle so schnell wie möglich räumen.
  • Unfallbericht
    Gemeinsam mit dem Unfallgegner den Vordruck des Unfallberichts ausfüllen (Personalien, Versicherungskontakte, Fotos und Skizze vom Unfallort und den Fahrzeugen) und unterzeichnen. Den vorgefertigten ADAC Unfallbericht finden Sie unter www.adac.de/unfallbericht oder in den ADAC Geschäftsstellen. Beachten Sie: Aus versicherungsrechtlichen Gründen darf keine Schuldanerkenntnis abgegeben werden.
  • Die eigene Versicherung informieren
    Macht der Unfallgegner Ansprüche geltend, müssen Sie die eigene Kfz-Haftpflichtversicherung umgehend verständigen. Berechtigte Ansprüche gleicht die eigene Kfz-Haftpflichtversicherung aus, unberechtigte wehrt sie ab.
  • Bagatellschäden
    Bei Schäden bis 750 Euro genügt der Versicherung der Kostenvoranschlag einer Fachwerkstatt mit Fotos vom Unfallfahrzeug. Bei höheren Schäden oder einem Totalschaden sollte ein Gutachter eingeschaltet werden. Der Sachverständige darf selbst gewählt werden, die Kosten muss die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners übernehmen. Vorsicht: Bei Kaskoschäden bestimmt die Versicherung den Gutachter.
  • Personenschäden
    Gesundheitliche Beschwerden nach einem Unfall sollten Sie möglichst umgehend von einem Arzt dokumentieren lassen. Die Höhe des Schmerzensgelds bemisst sich unter anderem nach der Schwere der Verletzungen, der Dauer der gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Rehabilitation.
  • Ansprüche geltend machen
    Bei einem fremd verschuldeten Unfall können Sie die eigenen Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüche bei der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung geltend machen. Bei einem selbst verschuldeten Unfall kann die eigene Vollkaskoversicherung in Anspruch genommen werden. Um Ärger zu vermeiden und vollen Schadenersatz zu erhalten, empfehlen wir, sich an einen Rechtsanwalt zu wenden. Beim fremd verschuldeten Unfall muss die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung die Anwaltskosten übernehmen. Wichtig: Bei Streitfällen kann eine Verkehrsrechtsschutzversicherung das Kostenrisiko bei der Durchsetzung eigener Ansprüche abdecken.


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