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Fahrbericht: Range Rover Evoque Cabrio

Range Rover Evoque Cabrio

Sonnenbaden abseits der Piste: Wird der Range Rover Evoque als Cabrio erneut zum Trendsetter? Redakteur Thomas Geiger hat den offenen Engländer Probe gefahren - und ist begeistert.


Er ist der Bestseller aus Great Britain und hat Land Rover quasi im Alleingang aus der Krise gezogen. Aber vor allem hat der Range Rover Evoque mit seinem polarisierenden Design eine Stilrevolte bei SUVs ausgelöst und die kompakten Matschmobile zu Modestatements von Großstadt-Singles gemacht. 


Auf diesen Lorbeeren will sich Land Rover natürlich nicht ausruhen. Deshalb soll der Evoque nun den nächsten Trend setzen und geht als Cabrio an den Start. Als erster Geländewagen der Neuzeit lockt er ab Frühjahr 2016 auch Kunden in Europa zum Sonnenbaden auf die Piste.


Stoffmütze statt Blechdach

Die Briten haben der Versuchung eines versenkbaren Blechdachs widerstanden und dem Evoque eine schmucke Stoffmütze geschneidert. Überhaupt steht das Cabrio ähnlich schick und stramm da wie das Coupé, das ihm folgerichtig als Basis dient. Offen und geschlossen ist der Open-Air-Geländewagen eine Augenweide. 


Die Wahrung der charakteristischen Silhouette war allerdings nur eine der Herausforderungen für die Entwickler. Eine andere liegt eher in den Wurzeln der Marke begründet. "Mit oder ohne Dach: Ein Land Rover bleibt ein Land Rover", sagt Projektleiter O’Conner und erzählt von massiven Karosserieversteifungen sowie Testfahrten in allen Klimazonen und auf allen Untergründen. 


Automatischer Überrollbügel

Eine weitere Aufgabe für die Ingenieure war, die automatischen Überrollbügel so zu programmieren, dass sie in einer Notsituation in wenigen Sekundenbruchteilen aus der Trennwand hinter der Rückbank schießen, aber auch beim härtesten Geländeritt nicht versehentlich ausgelöst werden. Die Mühe habe sich gelohnt: "In allen Offroad-Disziplinen erzielt das Cabrio die gleichen Ergebnisse wie das Coupé", sagt O’Conner. Und zwar ohne Biegen und Brechen und ohne Knistern und Knarzen, wie er bei unserer Testfahrt im abgeklebten Prototypen demonstriert. 


Der Rest war dagegen eine leichte Übung. Das Verdeck faltet sich binnen 18 Sekunden wie ein "Z" hinter die Rückbank, und obwohl es sich so dünn macht, dass der Kofferraum von soliden 251 Litern nicht reduziert wird, haben die Engländer sogar eine Heckscheibe aus Glas untergebracht. Die Rücksitze wandern ein wenig nach innen, der mittlere Platz entfällt und die Lehne steht etwas steiler. Aber wenn man sich erst einmal mit der für ein Cabrio ungewöhnlich hohen Gürtellinie angefreundet hat, kann man es im Fond auch bei geschlossenem Dach aushalten.




Preis ab 51.200 Euro

Weil das Cabrio die Spitze in der Palette markiert, spart Land Rover weder beim Antrieb noch bei der Ausstattung: Es gibt das Open-Air-Modell deshalb nur in der höchsten Modelllinie und mit den stärksten Motoren – dem 180 PS-Diesel oder dem 240 PS-Benziner. Und weil Projektleiter O’Conner in der Pampa keine Kompromisse machen will, sind neben der 9-Gang-Automatik auch der Allradantrieb und alle elektronischen Fahrhilfen vom Terrain-Response-System bis hin zum neuen Offroad-Tempomaten "Progress Control" an Bord. 


Dass mit der Extravaganz auch der Preis steigt und das Cabrio erst ab 51.200 Euro zu haben ist, wird die vor allem in England, Amerika und Deutschland vermutete Kundschaft kaum stören. Denn erstens wissen Trendsetter in der Regel selbst, dass man sich die Pole-Position in der Stilwertung etwas kosten lassen muss. Und zweitens sind Evoque-Kunden stattliche Aufpreise gewöhnt. Wer in Deutschland bei einem Grundpreis von 34.500 Euro für seinen Wagen im Schnitt 55.000 Euro ausgibt, der wird sich auch an einem Open-Air-Aufschlag von 4000 Euro garantiert nicht stören. 


Fazit: Er sieht gut aus, vermittelt ein einzigartiges Fahrgefühl und ist trotzdem ein Land Rover wie jeder andere – so könnte das Evoque Cabrio tatsächlich den nächsten Trend setzen. Doch ganz so neu, wie die Briten tun, ist die Idee gar nicht. Schließlich hatte schon der allererste Land Rover von 1948 nur ein Dach aus Stoff.


Text: Thomas Geiger


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