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Gefahr schon bei 1,1 Promille

In den vergangenen Jahren wurde vermehrt Kritik am Alkohol-Grenzwert für Radfahrer laut, den der Bundesgerichtshof auf Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen vor etwa 30 Jahren auf 1,6 Promille festgelegt hatte. Ein Reform ist scheinbar notwendig.


Wer mit dieser 1,6 Promille Rad fährt, begeht eine Straftat – unabhängig davon, ob er zusätzlich besonders auffällig geworden ist. Zudem wird jeder Fahrerlaubnisinhaber zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) verpflichtet, da Zweifel an seiner Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs bestehen. Unterhalb dieses Wertes werden Radfahrer nur dann belangt, wenn sie alkoholisiert auffällig geworden sind; in der Gerichtspraxis sind solche Fälle extrem selten.


Neuere Untersuchungen haben zwar keine Hinweise darauf ergeben, dass die geltende Grenze für die absolute Fahruntüchtigkeit mit 1,6 Promille zu hoch angesetzt ist. Diese Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass bereits ab 1,1 Promille alkoholbedingte Ausfallerscheinungen mit Fahrfehlern stark zunehmen. Sollten diese Ergebnisse in weitergehenden Untersuchungen bestätigt werden, müsste nach Ansicht des ADAC der Gesetzgeber aktiv werden und einen eigenen Bußgeldtatbestand für Radfahrer schaffen; einen solchen gibt es mit der 0,5 Promillegrenze derzeit nur für Kraftfahrer.


Mit einer entsprechenden gesetzlichen Regelung würde nach Ansicht des Clubs deutlich gemacht, dass auch stark alkoholisiertes Radfahren erhebliche Gefahren mit sich bringt. Aufgrund des unterschiedlich hohen Fremdgefährdungspotenzials muss die Promillegrenze für Radfahrer aber höher liegen als für Kraftfahrzeugführer. 




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