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Pokémon Go: Wer bei einem Unfall haftet

20.07.2016

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Pokémon Go – durch Ablenkung steigt die Unfallgefahr

Der Hype um "Pokémon Go" ist riesig, doch das Spiel bringt Verkehrsteilnehmer in gefährliche Situationen. Wer muss bei einem Unfall haften? Unsere Juristen haben die wichtigsten Rechtsfragen beantwortet.

Die Monster tummeln sich überall – da sie in die echte Umgebung eingeblendet werden ("Augmented Reality"), erscheinen sie mitten auf der Straße, an Kreuzungen und auf Autobahnen. Genau das führt zu brenzligen Situationen: Denn durch das ständige Starren auf das Handydisplay sind die Spieler abgelenkt, achten nicht mehr auf den Verkehr und ihre Umgebung. Unsere Juristen haben die versicherungsrechtliche Lage und die Haftung bei einem Unfall bewertet.

Darf ich als Auto- oder Fahrradfahrer "Pokémon Go" während der Fahrt spielen, wenn ich dabei mein Smartphone in der Hand halte?

Nein. Auch in diesem Fall gilt das Verbot der Handynutzung am Steuer (§23 Abs.1 StVO). Das Bußgeld beträgt für Autofahrer 60 Euro und es gibt einen Punkt in Flensburg. Radfahrer müssen mit 25 Euro Verwarnungsgeld rechnen.
 
Wie sieht es mit dem Versicherungsschutz aus, wenn ich trotz Verbots während des Autofahrens spiele und es passiert ein Unfall, bei dem Dritte geschädigt werden?

Die Schäden werden bei solch einem Unfall von der Kfz-Haftpflichtversicherung übernommen. Bei einem Fahrradunfall sorgt eine bestehende Privathaftpflichtversicherung für den Versicherungsschutz des Radfahrers.
 
Gibt es auch einen Versicherungsschutz für die Schäden an meinem Auto, wenn ich den Unfall durch das Spielen verursacht habe?

Besteht eine Vollkaskoversicherung, kann sie sich in diesem Fall auf die sogenannte grobe Fahrlässigkeit berufen. Diese liegt dann vor, wenn ein Verkehrsteilnehmer die erforderliche Sorgfalt besonders schwer vernachlässigt hat. Dann würde der Anspruch auf Versicherungsschutz ganz oder teilweise wegfallen.


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