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So gut sind Pkw-Notbremsassistenten

21.06.2017

Pkw-Notbremsassistenten bieten neben ESP einen zusätzlichen Unfallschutz. Wir haben drei der Notbremssysteme auf Zuverlässigkeit untersucht. Das Fazit: Zuverlässig, mit kleinem Aber.



Pkw-Notbremsassistenten können einen wertvollen Beitrag zur Unfallvermeidung leisten: Knapp ein Viertel aller Unfälle in Deutschland mit Personenschäden sind Auffahrunfälle – so die Erkenntnisse unserer Unfallforschung. Rund 40 Prozent davon wären durch den Einsatz eines Notbremsassistenten zu vermeiden. 


Über das übliche Verfahren hinaus haben wir exemplarisch drei Notbremssysteme auf Zuverlässigkeit untersucht. Ergebnis: Die Sensoren funktionieren gut bei der Erkennung von Hindernissen, bei Nässe und der Fehleranzeige gibt es hingegen Verbesserungspotenzial.


Bei Nässe reagiert das System zu spät

 

„Ein Notbremsassistent stellt neben dem Elektronischen Stabilitätsprogramm den bestmöglichen Unfallschutz dar. Deshalb sind die Hersteller aufgefordert, sie zuverlässig zu konstruieren und serienmäßig für alle Fahrzeugklassen anzubieten“, erklärt Dr. Reinhard Kolke, Leiter Test und Technik.

 

Untersucht wurde zum einen ein einfaches City-Notbremssystem (bis 30 km/h) bei einem VW der Kleinstwagenklasse. Der Lichtsensor in der Windschutzscheibe arbeitet zuverlässig, sogar bei verdreckter Scheibe. Auch parkende Autos sind keine Störfaktoren, und die rasche Kalibrierung nach einem Neustart funktioniert einwandfrei. Wird der Sensor jedoch komplett abgedeckt – zum Beispiel durch Vogelkot oder Laub– erfolgt keine Warnung. Bei nasser Fahrbahn reagiert das Assistenzsystem zu spät, um einen Aufprall zu vermeiden.


Nicht zu hundert Prozent verlässlich

 

Zum anderen untersuchten unsere Experten exemplarisch ein radarbasiertes System, verbaut in einem Seat. Ergebnis: Da sich der Sensor im Kühlergrill befindet, hat Schmutz auf der Windschutzscheibe keinen Einfluss. Schnee oder Eis können Radarsensoren jedoch stören. Da sich der Sensor nach jedem Neustart selbst prüft, ist die volle Funktion des Systems erst nach einer kurzen Fahrt gegeben. 

 

Als drittes wurde die Stereokamera bei einem Subaru unter die Lupe genommen. Das System ermöglicht räumliches Sehen und die Erkennung von Fußgängern. Der Assistent arbeitet zuverlässig auch bei verschmutzter Scheibe und warnt bei Sichtblockade. Die Bremsreaktion erfolgt so früh, dass der Wagen auch auf nasser Fahrbahn zum Stehen kommt. 

 

Unser Fazit: Pkw-Notbremsassistenten sind eine Hilfe bei Unaufmerksamkeit und arbeiten zumeist gut. Sie sparen dem Fahrzeugbesitzer auch Kosten für so manche Schäden bei Auffahrunfällen. Gänzlich darauf verlassen darf man sich aber nicht, denn nicht alle Störungen werden angezeigt bzw. die Bremsfunktion funktioniert bei Nässe teilweise zu spät.


Die detaillierten Erkenntnisse finden Sie hier.



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