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ADAC Parkhaus-Test 2016: Keinmal Note 1

Für unseren aktuellen Parkhaus-Test haben wir deutschlandweit 44 Parkgaragen eingehend geprüft. Das Ergebnis: Viele Parkplätze sind nach wie vor zu schmal und kaum behindertengerecht. Die Ergebnisse im Detail.



Alle 44 Parkgaragen in unserem Test hatten jeweils mindestens 150 Stellplätze für Kurzparker, lagen zentral und waren für jedermann nutzbar. Testzeitraum war zwischen Ende September und Anfang Dezember 2015, in dem unsere Tester eine mehr als 110 Prüfpunkte umfassende Checkliste abarbeiteten. 


Ergebnis: Keiner der Testkandidaten in zwölf deutschen Städten konnte die Note "sehr gut" erzielen. Erfreulich: 17 schnitten "gut" ab, weitere 19 kamen immerhin noch auf ein "Durchschnittlich". Sieben Garagen mussten die Experten jedoch mit einem "Mangelhaft" bewerten. Für ein Parkhaus blieb lediglich ein "Sehr Mangelhaft" übrig.       


Die detaillierten Ergebnisse unseres Parkhaustests finden Sie auf www.adac.de/parkhaustest.


Sieger und Verlierer

Den ersten Platz im Vergleich sicherte sich die "Vitihofgarage" in Osnabrück. Sie war in gutem baulichen Zustand und übersichtlich sowie deutlich beschildert und markiert. Außerdem war sie mit flachen und sehr breiten Rampen ausgestattet und ohne Pfeiler an den schräg angeordneten Parkplätzen. 


Am anderen Ende der Wertungsskala liegt die Tiefgarage "Am Theater" in Heidelberg. Die Einfahrthöhe ist zu niedrig, Fahrgassen und Parkplätze sind schlecht beleuchtet, die Parkplätze sind zu schmal und die ebenfalls zu schmalen Behinderten-Parkplätze nicht barrierefrei zu erreichen. Es gibt gar keine Parkplätze für Eltern mit Kindern, keine Notrufe und auch keinen Handyempfang – das reichte nur für den letzten Platz im Test. 


Als größtes Problem erwies sich einmal mehr die Breite der Parkplätze. In den meisten Testobjekten wurde zwar die vorgeschriebene Mindestbreite von 2,30 Meter (gemäß den Garagenverordnungen der Bundesländer) eingehalten – nicht aber die Breite von mindestens 2,50 Meter, die die "Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen" empfiehlt. Angesichts der immer breiter werdenden Fahrzeuge reicht die Mindestbreite der Garagenverordnungen aus den 1970er-Jahren heutzutage nicht mehr aus.    


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(Klicken Sie für eine große Ansicht auf die Grafik)


Barrierefreiheit lässt zu wünschen übrig

Ein weiteres Problem ist das Fehlen von barrierefrei angebundenen Behindertenparkplätzen. Bei zwei Dritteln der Testobjekte gab es gar keine oder zu wenige. Bei fast ebenso vielen war der Zugang nicht barrierefrei. Zu hohe Bedienelemente in knapp der Hälfte der Aufzüge machten deren Benutzung für Rollstuhlfahrer fast unmöglich. An keinem einzigen Kassenautomaten fanden sich ausreichend niedrige Bedienelemente.


Es gab aber auch viele gute Lösungen. Die Einzelstellplatzanzeigen im "Aquis-Plaza" in Aachen zum Beispiel, über die sogar die Behindertenparkplätze extra angezeigt werden. Im "Behnisch-Haus" in Krefeld wird in der Einfahrt deutlich darauf hingewiesen, auf welcher Parkebene die barrierefrei zugänglichen Parkplätze zu finden sind. In der "Schlossberggarage" in Freiburg sind die Fußgängerwege ähnlich einem Zebrastreifen sehr deutlich gekennzeichnet. Im "Lengermann+Trieschmann-Parkhaus" in Osnabrück markieren einfache Symbole die Parkebenen. Im "Aquis-Plaza" in Aachen findet der Nutzer mittels QR-Code zu seinem Auto zurück.   


Parkhaustest verweigert

Die getesteten Parkgaragen befinden sich in Aachen, Freiburg im Breisgau, Fürth, Halle an der Saale, Heidelberg, Krefeld, Ludwigshafen, Magdeburg, Oldenburg, Osnabrück, Saarbrücken und Würzburg. Im Vorfeld des Tests hatten 19 Betreiber das Betreten ihrer Parkhäuser für den Inkognito-Test verboten. Die überwiegend privaten, aber auch kommunalen Betreiber drohten teilweise mit einer Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. Insgesamt waren 50 in Frage kommende Testobjekte davon betroffen.


(Stand: 28.04.16)

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