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Unterwegs mit einem wahren Gelben Engel

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Der Skandal um den Autopreis "Gelber Engel" ist die größte Panne in der 111-jährigen Geschichte des ADAC. Doch gerade in dieser Krise kann sich der Club auf seine wahren Gelben Engel verlassen: Die Straßenwachtfahrer. 

Mehr als 1700 Gelbe Engel sind deutschlandweit im Einsatz. Sie sind der Grund, warum der Club fast 19 Millionen Mitglieder zählt.

"Die Leute lassen das nicht an uns aus", sagt Straßenwachtfahrer Michael Scharnagl, den alle nur Mike nennen. Enttäuscht ist der 35-Jährige trotzdem von seinem Arbeitgeber. Es ist kurz nach 18 Uhr, als er sich auf den Weg zu einem Einsatz in der Münchner Innenstadt macht. Mike, kräftiger Typ, Tiroler Dialekt, arbeitet seit vier Jahren bei der Straßenwacht. "Ich glaube schon, dass die Mitglieder total verunsichert sind. Die haben dem ADAC sehr vertraut. Ich hatte aber bis jetzt noch niemanden, der austreten wollte."

Michael Müller wird an diesem Abend Clubmitglied. Der Elektriker steht mit seinem silbernen VW Caddy in einer Einkaufsstraße im Zentrum Münchens. "Servus", begrüßt ihn Mike Scharnagl und lacht. "Ein Elektriker ohne Ampere? Was ist da los?" Müller grinst. "Ich hatte den Warnblinker eine Stunde an, und jetzt tut sich nix mehr."

Vom Manipulationsskandal hat der 33-Jährige schon gehört: "Ich trete aber wegen der Pannenhilfe in den ADAC ein. Die Jungs machen einen guten Job." Mike gibt Starthilfe, und wenig später entschwindet Michael Müller in den Feierabend.

Dass die Arbeit nicht immer mit einer schnellen Starthilfe getan ist, zeigt sich bei Mikes nächstem Einsatz. Ein Mercedes springt nicht an. Dorothea Opahle und Carmine Fusaro stehen ratlos in der Kälte neben ihrem Wagen. Sie wollten schon längst auf dem Heimweg nach Baden-Baden sein. Gut 300 Kilometer liegen noch vor ihnen. "Klar haben wir mitbekommen, dass es Kritik gibt", sagt Carmine Fusaro, "was da passiert ist, war nicht korrekt. Vielleicht treten jetzt ein paar Leute aus, aber die kommen wieder." 

Was dem Mercedes fehlt, entdeckt Straßenwachtfahrer Mike schnell. Die Benzinpumpe ist defekt. Mit dem Wagenheber bockt er das Auto auf. Dann legt er sich auf die nasse Straße und robbt unter den Wagen. Mike schraubt und klopft, doch bei jedem Anlassversuch gluckert der Motor nur, bevor er wieder verstummt. Dann endlich das erlösende Geräusch. Der Motor schnurrt, Dorothea Opahle klatscht vor Freude in die Hände: "Du bist der Beste. Danke, danke, danke."

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