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Notruf ist nach Unfall nicht genug

eCall

Es hat gekracht, direkt vor Ihnen. Ein einfacher Notruf per Handy, SOS-Knopf oder Notrufsäule reicht nun nicht. Erste Hilfe muss sein. Dafür gibt es nur eine Ausnahme. Was Sie im Notfall tun müssen.


Es ist schon dunkel an diesem lauen Sommerabend. Die Autobahn ist wenig befahren, und der Verkehr läuft problemlos. Plötzlich gerät ein Wagen in Sichtweite außer Kontrolle und wird von der Fahrbahn geschleudert. Der erste Reflex: Hilfe holen. Dazu gibt es drei Möglichkeiten:


  • Zunächst der Griff zum Handy: Unter der 112 landet der Anrufer bei der sogenannten Leitstelle. Sie nimmt den Notruf entgegen und informiert die nächstgelegene Feuerwehr oder den Rettungsdienst, der am schnellsten bei Ihnen sein kann. Weitere Informationen zur Notfallnummer erhalten Sie hier.
  • An deutschen Autobahnen stehen fast 17.000 Notrufsäulen. Anrufer gelangen dort zu einer Notfallzentrale. 
  • Moderne Autos verfügen außerdem über eine SOS-Taste. Laut EU-Beschluss müssen alle Hersteller ihre Fahrzeuge vom 31. März 2018 an mit dem sogenannten eCall-System ausrüsten. Wie die Technik funktioniert, lesen Sie hier.


Doch ein Notruf allein ist nicht genug. Erste Hilfe ist Pflicht. Einfach weiterzufahren ist nicht nur ein Kavaliersdelikt: "Wer bei einem erkennbar schweren Unfall nur die Notruftaste seines Autos drückt und dem Operator seine Beobachtung schildert, begeht nach § 323c StGB eine Straftat", sagt ADAC-Juristin Kristina Benecke. 


Allerdings müsse sich niemand selbst gefährden, so Benecke. "Steht das verunfallte Fahrzeug in Flammen und hat der Ersthelfer keinen Feuerlöscher dabei, müsste er nur versuchen, andere Fahrer anzuhalten und nach Löschhilfen zu fragen und zusätzlich die Rettung anrufen", sagt sie.


Anhalten - Nachschauen - Helfen


Helfen müssen Zeugen in jedem Fall, zumindest anhalten und nachschauen, ob Hilfe benötigt wird. Kann man diese nicht allein leisten, ist es nötig, andere Fahrer anzuhalten und gemeinsam zu helfen. Wie oben bereits beschrieben ist zusätzlich ein Notruf zur Anforderung professioneller Hilfe notwendig. 


Rechtsexpertin Benecke nennt nur einen Fall, in dem keine unterlassene Hilfeleistung vorliegt: "Wenn der Unfall sofort tödlich war und keine Hilfe mehr geleistet werden kann", so Benecke.



Hier finden Sie weitere Infos zur Ersten Hilfe


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