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Todesgefahr am Stauende verringern

18.08.2016

Immer wieder ereignen sich auf deutschen Autobahnen Unfälle, weil Lkw in ein Stauende rasen. Das ist zwar selten, aber oft verheerend. Die häufigste Ursache dafür ist zu geringer Abstand. Der ADAC sagt, was für mehr Sicherheit zu tun ist.


Im Video: Keine Chance für Pkw-Insassen bei Lkw-Crash. 


In den vergangenen Wochen haben sich auf Deutschlands Autobahnen mehrere tödliche Verkehrsunfälle ereignet, bei denen Lastwagen in ein Stauende gerast sind. Laut amtlicher Statistik kamen auf Autobahnen in den letzten zehn Jahren zwischen fünf und 16 Pkw-Insassen pro Jahr bei Unfällen ums Leben, wo der Lkw Hauptverursacher war. Eine der häufigsten Ursachen für Lkw-Unfälle ist zu geringer Abstand zum Vordermann. Auch Ablenkung und Übermüdung spielen bei der Unfallentstehung häufig eine Rolle.  


Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand auf Autobahnen beträgt für Lkw, wenn sie schneller als 50 km/h fahren, 50 Meter. Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h bleiben dabei nur zwei Sekunden Zeit, um notfalls den Truck zum Stehen zu bringen. Doch in der Realität beträgt der Abstand oft nur wenige Meter – Auffahrunfälle mit schwerwiegenden Folgen sind damit praktisch unausweichlich. Ist ein Brummi-Fahrer zudem abgelenkt oder übermüdet, verlängert sich die Reaktionszeit entsprechend. 


Das ist zu tun zur Risikoreduzierung


  • Die Polizei sollte ihre Verkehrskontrollen ausweiten. Geltende Abstandsregelungen müssen konsequenter überwacht und geahndet werden, ebenso die Einhaltung der Lenk-und Ruhezeiten. 
  • Autofahrer sollten bei Erkennen eines Staus sofort das Warnblinklicht anschalten und den nachfolgenden Verkehr im Rückspiegel beobachten. Wer ausreichend Abstand zum Vordermann hält, kann sich notfalls mit seinem Auto noch schnell auf den Standstreifen retten.
  • Die seit November 2015 in der EU für alle neu zugelassenen Lkw mit mehr als acht Tonnen Gewicht vorgeschriebenen Notbremsassistenten müssen verbessert werden. Sie dürfen nicht mehr dauerhaft ausgeschaltet werden können. Zudem müssten die Geräte das Tempo um mindestens 40 km/h bei einem stehenden Hindernis reduzieren. Selbst dann hat der 40-Tonner noch die gleiche zerstörende Energie wie ein Mittelklasse-Fahrzeug, das mit rund 200 km/h ungebremst ins Stauende einschlägt.


Bis alle Fahrzeuge mit dem automatischen Hilfs-System ausgerüstet sind, werden noch Jahre vergehen. Ab 2018 wird der Notbremsassistent auch Pflicht in allen Nutzfahrzeugen ab 3,5 Tonnen. Eine Nachrüstung ist aufgrund des komplizierten Eingriffs in die Bremssteuerung nicht möglich.


Heute besteht die Gefahr, dass Lkw-Fahrer den Notbremsassistenten dauerhaft ausschalten, weil sie ansonsten nicht so nah an den vorausfahrenden Lkw heranfahren können. Dies ist auf Autobahnen gängige Praxis, insbesondere vor Überholvorgängen. Die derzeit gesetzlich vorgeschriebene Wirkung des Bremsassistenten ist bescheiden, denn er muss die Geschwindigkeit um lediglich 10 km/h reduzieren. 


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