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Seiten-Airbags im Test

Beim neuen ADAC-Crashtest konnten die zwei gängigen Seiten-Airbags unter Beweis stellen, wie gut sie Insassen beim Aufprall schützen. Ein Kandidat lag dabei ganz klar vorne.



Zum Crash-Duell im ADAC-Testzentrum in Landsberg am Lech traten die beiden derzeit gängigen Seiten-Kopfschutzsysteme an: der in der Sitzlehne verbaute Thorax-Kopf-Airbag und der im Dachhimmel installierte Curtain-Airbag. 


Die Fahrzeug-Techniker nutzten dabei einen VW Polo als Testfahrzeug, der beim sogenannten Pfahlaufpralltest mit 32 km/h gegen eine Stahlsäule gecrasht wurde. Dieser Test gehört seit mehr als zehn Jahren zum festen Bestandteil der Crashtests des europäischen Verbraucherschutzprogramms Euro NCAP.



Der Thorax-Kopf-Airbag schützt nur den Fahrer


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Der Thorax-Kopf-Airbag befindet sich seitlich in der Rückenlehne des Fahrers und schützt bei einem Aufprall die Brust und den Kopf. Allerdings kann dieses System nicht die Mitfahrer schützen, sondern nur den Fahrer. Zudem muss der Airbag bei der Entfaltung den langen Weg von der Rückenlehne bis hin zum Kopf zurücklegen – gegen die Schwerkraft und auch gegen eindringende Fahrzeugteile bei einem Unfall. 


Der VW Polo zeigte mit diesem System zwar einen guten Insassenschutz für den Fahrer, aber beim neuen schrägen Pfahlaufprall erreichte das System seine Leistungsgrenze.



Der Curtain-Airbag bietet den besseren Schutz


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Der sogenannte Curtain-Airbag ist ein spezieller Schutz für den Kopf. Um den Brustbereich zu schützen, benötigt er ein zusätzliches Aufprallkissen in der Sitzlehne.


Er entfaltet sich seitlich über die gesamte Fahrzeuglänge und schützt so auch den Kopf der Person hinter dem Fahrer. Im Vergleich zum Thorax-Kopf-Airbag reduzierten sich im Test für den Mitfahrer die Kopfbelastungen damit um die Hälfte. 


Fazit unseres Crashtests und Empfehlungen


Der Curtain-Airbag entfaltet sich schneller und besser, zusätzlich schützt er auch die Mitfahrer auf der Rückbank. Wer einen bestimmten Airbag auswählen kann und häufig Mitfahrer hat, sollte sich beim Autokauf also eher für ein Fahrzeug mit Curtain-Airbag entscheiden. Mehrkosten, die sich lohnen: Beim VW Polo zum Beispiel kostet der Curtain-Airbag 500 Euro Aufpreis.


"Wir sehen in den Curtain-Airbags noch einiges an Entwicklungspotenzial", erklärt Volker Sandner, der Bereichsleiter für Fahrzeugsicherheit im ADAC-Testzentrum. "Daher arbeiten wir bereits an weiteren Testmethoden, um zum Beispiel auch den Zusammenprall zwischen Fahrer und Beifahrer zu vermeiden oder bei weiteren Seitenaufprall- und Überschlagszenarien die Sicherheit der Insassen zu erhöhen."


Cabriofahrer haben derzeit leider keine Wahlmöglichkeit. Bei diesen Autos kann für den seitlichen Kopfschutz bisher nur der Thorax-Kopf-Airbag verbaut werden. Dieser Airbag sollte aber unbedingt mitbestellt werden, falls er als Option angeboten wird. 


Laut Schätzungen unserer Experten ist in Deutschland jedes zehnte Auto mit einem Seiten-Airbag ausgestattet, das sind rund 4,4 Millionen Fahrzeuge. Von diesen haben bereits 35 bis 40 Prozent einen Curtain-Airbag, rund 15 Prozent sind mit dem schwächeren Thorax-Kopfairbag unterwegs.


Weitere Informationen zum Vergleich verschiedener Airbag-Systeme finden Sie hier.


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