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Kfz-Zulassungsstellen im Test

18.05.2017

Unsere Tester haben Schwächen im Ablauf und Service aufgedeckt. Negativ fielen vor allem die oft langen Wartezeiten auf. Das Projekt "i-Kfz" lässt allerdings auf Verbesserungen hoffen. 



Routinierte und freundliche Mitarbeiter, aber lange Warteschlangen sowie dürftige Informationen bei Anfragen per Telefon und Mail – so lässt sich das Ergebnis unseres Tests von Kfz-Zulassungsstellen zusammenfassen, den wir in zehn deutschen Städten durchgeführt haben: Bremen, Düsseldorf, Dresden, Hamburg, Kiel, Magdeburg, Mainz, München, Potsdam und Wiesbaden.


Vier der zehn Behörden erhielten die Note "gut", fünf ein "ausreichend". Die Zulassungsstelle in Hamburg Mitte wurde mit "mangelhaft" bewertet. Positiv fiel auf, dass die Abläufe in den Behörden professionell organisiert sind. Fast alle Zulassungsstellen haben aber bezüglich Wartezeiten und Informationsfluss noch Verbesserungsbedarf. Die detaillierten Testergebnisse finden Sie hier.


Kritik an Warte- und Öffnungszeiten


Größter Kritikpunkt im Test war die Wartezeit. Ohne Termin betrug sie durchschnittlich 62 Minuten. Wenig bürgerfreundlich waren auch die Öffnungszeiten: Abendöffnungen gab es kaum, samstags boten nur Wiesbaden und Potsdam ihre Dienste an. 


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(Klicken Sie auf das Bild, um die Tabelle zu vergrößern)


Beste Zulassungsstelle im Vergleich mit der Wertung "gut" war das Amt in Wiesbaden. Hier dokumentierten die Tester Wartezeiten von durchschnittlich nur 7 Minuten, wenn ein Termin vereinbart war. Auch die Bearbeitungszeit war erfreulich kurz. Anders in der Hamburger Zulassungsstelle: Selbst mit Termin gab es vergleichsweise lange Wartezeiten von durchschnittlich 20 Minuten. Ohne Termin musste man sich im Mittel rund 3 Stunden gedulden. 


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(Klicken Sie auf das Bild, um die Tabelle zu vergrößern)


Unser Test ergab aber auch Optimierungsbedarf bei den Informationen. Telefonische Anfragen wurden in einigen Ämtern gar nicht entgegengenommen, bei anderen blieben die Tester minutenlang in der Warteschleife hängen und erreichten dann doch keinen Ansprechpartner. Antworten auf Mails kamen zwar schnell, oft waren sie aber unvollständig oder verwiesen lediglich auf die Homepages.


Online-Zulassungen versprechen Verbesserungen


Erleichterungen bei den Wartezeiten verspricht das Projekt "i-Kfz". Es schafft die Möglichkeit, Fahrzeuge online zuzulassen. Dadurch wird der Gang zur Zulassungsstelle unnötig. ADAC Geschäftsführer Alexander Möller: "In vielen Zulassungsstellen hat man heute immer noch das Gefühl, als lebten wir im Jahr 1980. Was Verbraucher und Mitarbeiter benötigen, sind schlaue digitale Lösungen für noch besseren Kundenservice. "i-Kfz" ist ein gutes Beispiel dafür." Die Sicherheit der Daten und Prozesse müsse dabei selbstverständlich gewährleistet sein. Möller weiter: "Mittel- bis langfristig sollten sich dadurch auch die Gebühren für die Bürger reduzieren." 


Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt in drei Stufen: Seit Januar 2015 kann man sein Fahrzeug bereits online abmelden. Als nächster Schritt wird ab 1. Oktober 2017 die Wiederzulassung eines Fahrzeugs auf denselben Halter im selben Zulassungsbezirk mit dem bei vorheriger Abmeldung reserviertem Kennzeichen per Internet möglich sein. In einer dritten Stufe, voraussichtlich ab 1. Oktober 2018, sollen alle Zulassungen in allen denkbaren Konstellationen online durchführbar sein.



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