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Illegale Rennen: Härtere Strafen gefordert

06.07.2016

Illegale_Rennen

Wer um die Wette rast, muss in Zukunft vielleicht sogar um sein Auto bangen.

Immer wieder werden bei illegalen Straßenrennen Unbeteiligte schwer verletzt oder sogar getötet. Die Länder Nordrhein-Westfalen und Hessen fordern deswegen nun, die Teilnehmer solcher Rennen wesentlich härter als bisher zu bestrafen.


Zwei Autos halten an einer roten Ampel. Die Fahrer verständigen sich, bei Grün startet das Rennen. Wer die nächste Ampel zuerst erreicht, hat gewonnen. So verlaufen illegale Rennen hierzulande häufig. So einfach, so gefährlich, vor allem für Unbeteiligte. In letzter Zeit häuften sich Meldungen über illegale Autorennen mit tödlichem Ausgang. 


Bisher kommen Teilnehmer und Organisatoren solcher Rennen meist mit relativ milden Strafen davon: Das geltende Recht behandelt illegale Autorennen als eine verbotene Form der "übermäßigen Straßenbenutzung". Verstöße werden als Ordnungswidrigkeiten geahndet. 


Wer als Fahrer an einem illegalen Rennen teilnimmt, bekommt ein Bußgeld von 400 Euro sowie ein einmonatiges Fahrverbot auferlegt. Veranstalter müssen eine Regelbuße von 500 Euro bezahlen. Erst wenn bei solchen Rennen Unbeteiligte verletzt oder getötet werden, kann das als Straftat geahndet werden und zu einer Gefängnisstrafe für den Unfallverursacher führen.


Gesetzesantrag für härtere Strafen

Das soll sich nun ändern, denn die bisherigen Regelungen haben wenig Abschreckungspotenzial. Nordrhein-Westfalen und Hessen legten dem Bundesrat am 1. Juli einen entsprechenden Gesetzentwurf vor, über den dieser am 8. Juli beraten wird. Aus der Ordnungswidrigkeit, als die illegale Straßenrennen derzeit geahndet werden, soll nun ein Straftatbestand werden. 


Menschen, die an unerlaubten Autorennen teilnehmen, müssen demnach künftig mit bis zu drei Jahren Haft und dem Entzug ihrer Fahrerlaubnis rechnen. Kommen Unbeteiligte zu Schaden, drohen den Rasern bis zu zehn Jahre Gefängnis. Den hohen Strafrahmen begründen die Initiatoren damit, dass ein illegales Rennen, an dem mehrere Fahrer mit ihren Autos teilnehmen, noch gefährlicher sein kann als beispielsweise die Trunkenheitsfahrt eines Einzelnen.


Der Vorschlag sieht außerdem vor, gegen notorische Mitglieder der Autorennen-Szene lange Freiheitsstrafen zu verhängen, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden dürfen. Und: Ihnen ihre Fahrzeuge wegzunehmen, da das die Raser, die sich über die Geschwindigkeit ihrer Autos definierten, besonders beeindrucke. Selbst Autobesitzer, die den Wagen nicht selbst gefahren haben, sollen das befürchten müssen.


Das sagt der ADAC 

Eine Heraufstufung illegaler Autorennen als Straftat ist nachvollziehbar, weil die Abschreckungswirkung bei der bisherigen Regelung fehlt. Teilnehmer solcher Rennen überschreiten die erlaubten Geschwindigkeiten extrem und mit Vorsatz und gefährden so das Leben unbeteiligter Dritter.


Das hat nichts mit Geschwindigkeitsüberschreitungen aus Unachtsamkeit zu tun, für die der Bußgeldkatalog Regelgeldbußen vorschreibt. Tatsächlich dürften wohl nur Freiheitsstrafen, Führerscheinentzug und die Einziehung ihrer Fahrzeuge rücksichtslose Raser abschrecken.


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