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Pollenflug und Frühjahrsmüdigkeit

16.03.2017

Niesattacke im Auto

Wer Allergiker ist, sollte bei Pollenflug das Fenster geschlossen halten.

Der Frühling naht, und häufig bringt er auch Probleme mit sich: Besonders Frühjahrsmüdigkeit und Heuschnupfen können beim Autofahren gefährlich werden. Wer mehrmals hintereinander niesen muss, fährt im Stadtverkehr meterweit ohne die volle Kontrolle über sein Fahrzeug zu haben. Juliane Zschorlich, unsere Fachreferentin für Verkehrsmedizin, erklärt, wie Sie gegen Frühjahrsprobleme ankämpfen können.


Frau Zschorlich, was kann ich als Allergiker tun, um in Zeiten des Pollenflugs meine Fahrtüchtigkeit so gut wie möglich zu erhalten?

Allergiker sollten möglichst mit geschlossenen Fenstern und geschlossenem Schiebedach fahren, da die Fahrtüchtigkeit durch tränende oder juckende Augen und durch wiederholte Niesanfälle deutlich eingeschränkt sein kann. Achten Sie auf eine gereinigte und gewartete Auto-Klimaanlage. Zusätzlich empfiehlt es sich, einen sogenannten Pollenfilter anzubringen. Dieser sollte regelmäßig ausgewechselt werden. Reinigen Sie auch regelmäßig den Innenraum Ihres Autos - und parken Sie möglichst nicht unter Bäumen.


Was empfehlen Sie Autofahrern grundsätzlich, wenn sie starke Allergiker sind und etwa einen Niesanfall bekommen?

Wer Arzneimittel gegen eine Allergie einnimmt, sollte stets die möglichen Nebenwirkungen wie Müdigkeit und ein nachlassendes Konzentrationsvermögen bedenken. Das alles kann die Fahrtauglichkeit erheblich einschränken. Auch bei der zusätzlichen Einnahme anderer Medikamente kann es zu erheblichen Wechselwirkungen kommen. Hierzu empfiehlt es sich, vorab mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker zu sprechen. Arzneimittel gegen Allergien sollten bevorzugt am Abend eingenommen werden, um am nächsten Morgen die Nebenwirkungen, wie etwa Müdigkeit, weniger zu spüren. 


Was sollte man tun, wenn das Niesen nicht aufhört?

Bei akuten Niesattacken sollten Sie Ihr Auto an einer geeigneten Stelle parken und warten, bis die Attacke vorbei ist. Starken Allergikern ist das Mitführen eines sogenannten Notfall-Sets zu empfehlen. Bei sehr großer Pollenbelastung und starken allergischen Symptomen sollten Sie das Auto stehen lassen und wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel nutzen.


Wie können sich Allergiker informieren, welche Pollen wann fliegen?

Im Internet gibt es die Möglichkeit, sich über die aktuelle Pollenart und den Belastungsgrad im jeweiligen Bundesland zu informieren. Eine dieser Quellen ist die Webseite pollenstiftung.de. Sie bietet hierfür gute Informationen.


Stichwort Frühjahrsmüdigkeit: Wie entsteht sie eigentlich?

Zunächst einmal: Frühjahrsmüdigkeit ist kein eigenständiges Krankheitsbild, jedoch ein bekanntes Phänomen. Die vorherrschende Müdigkeit und Abgeschlagenheit lassen sich durch die Umstellung des Hormonhaushaltes erklären. In den Wintermonaten produziert der Körper vermehrt das Hormon Melatonin, welches den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert. Der Melatonin-Spiegel verringert sich im Frühjahr durch die vermehrte Sonneneinstrahlung und im Gegenzug dazu wird die Produktion des Gegenspielers Serotonin angekurbelt. Es ist das sogenannte "Glückshormon". Der Körper muss sich zunächst an die länger werdenden Tage und die Umstellung des Hormonhaushaltes gewöhnen und dadurch verspüren einige Menschen eine vermehrte Müdigkeit. Eigentlich sollte sie sich nach einigen Wochen von selbst regulieren. 


Welche Ursachen gibt es noch für Frühjahrsmüdigkeit?

Zusätzlich können Temperaturschwankungen Probleme bereiten. Durch wärmere Temperaturen erweitern sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt, was zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit führt.


Und was kann man dagegen tun?

Alles, was man auch gegen normale Müdigkeit tun kann. Vor allem helfen folgende Maßnahmen:

  • ausreichend sportliche Aktivität, um den Kreislauf anzukurbeln
  • frische Luft
  • regelmäßige Bettgehzeiten
  • gesunde Ernährung mit Obst und Gemüse, als Kontrast zur Winterzeit mit eher reichhaltiger Kost
  • keine Tiefschlafphasen während des Tages, eher Power-Naps über 10 bis 20 Minuten
  • kalt-warme Wechselduschen. Sie kurbeln den Kreislauf an.

Und wenn das alles nicht hilft?

Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen, da vielleicht eine ernsthafte Erkrankung vorliegt.


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