DruckenPDF

Sommergewitter: Das richtige Verhalten

Auto_Blitz

Blitze – seit jeher ein beeindruckendes, aber auch furchteinflößendes Naturspektakel. Die Insassen von Autos sind dennoch so gut wie sicher – selbst wenn ein Blitz direkt ins Auto einschlägt. Die wissenschaftliche Begründung hierfür verdanken wir dem Engländer Faraday. 


Dennoch: Man sollte sich schon bei ersten Anzeichen eines Gewitters so verhalten, wie in den folgenden Ratschlägen dargestellt – besonders als Fußgänger oder Zweiradfahrer.


Das gilt für geschlossene Pkw:

Auch im Auto gilt zu beachten: Als Parkplatz sollte man sich während eines Gewitters keine erhöhten Punkte aussuchen. Fenster sowie Schiebedach schließen und alle Antennen (soweit möglich) einziehen. Im Innenraum sollte man keine Metallteile, die mit der Karosserie in Verbindung stehen, berühren. Bei der heutzutage üblichen Kunststoffauskleidung dürfte das kein Problem sein. 


Wenn, was in der Praxis extrem selten vorkommt, ein Blitz tatsächlich einschlägt, könnten die Insassen geblendet werden und erschrecken. Das Auto könnte zudem leicht beschädigt sein. Bei Versuchen in Hochspannungs-Labors wurden Brandspuren am Lack sowie quer über die Reifenflanken feststellt.


Das gilt für Cabriolets:

Auch wenn der Hinweis überflüssig klingt: Erste Maßnahme ist es, das Cabrio-Verdeck zu schließen – und zwar, sobald sich Anzeichen eines Gewitters bemerkbar machen. Dann funktioniert auch hier das Prinzip des Herrn Faraday: In nahezu jeder Verdeck-Konstruktion gibt es sogenannte Spriegel (Stangen) aus Metall, die einen Einschlag zum Boden ableiten. Auch Windschutzscheibenrahmen, Überrollbügel und Verdeck-Mechanik wirken mit.


Dies belegen auch Labor-Simulationen: Demnach sind Brandspuren im Verdeckstoff nicht immer auszuschließen, für die die Insassen simulierenden Versuchspuppen waren die Folgen aber unbedenklich. Meldungen, dass ein Unwetter Cabrio-Passagiere verletzt hätte, sind bisher nicht bekannt.


Das gilt für Wohnmobile und Wohnwagen:

Eine Aluminium-Außenhaut oder eine Kunststoff-Beplankung auf einem Metall-Gerippe (beispielsweise bei frühen Modellen des Renault Espace und beim Trabbi) wirken ebenfalls wie ein faradayscher Käfig. Kritisch könnten allenfalls reine Kunststoff-Gehäuse sein, wie bei Wohnmobilen in GFK-Bauweise. Über Blitzopfer wurde aber auch hier nie berichtet. Als guter Blitzableiter würde sich ein metallischer Dachgepäckträger anbieten, der dann über Kabel mit dem Erdboden verbunden werden muss.


Ist ein Gewitter im Anmarsch, sollten Camper offene Fenster, Türen und Klappdächer schließen und die Bettnische meiden. Geschirrspülen oder duschen sollte auf später verschoben und das 230-V-Kabel außen am Wagen abgezogen werden (Gefahr der Überspannung). Zudem sollten Camper keine metallischen Teile der Einrichtung anfassen und mit dem Kopf nicht in den Bereich des Daches kommen. Sicheren Aufenthalt bietet in jedem Fall die Fahrerkabine.

 

Das gilt für Zweiradfahrer:

Hier gibt es nur eine Empfehlung (wie allgemein für Fußgänger auch): Exponierte Stellen und die Nähe zu hohen Objekten (Bäume, Masten) meiden, nach Möglichkeit unter Brücken Schutz suchen, Abstand von der Maschine halten, im freien Feld eine Kauerstellung (Füße beisammen) einnehmen.


Das Fazit:

Gefährlich für motorisierte Verkehrsteilnehmer sind bei Gewitter vorrangig schlechte Sicht, Hagelschauer, Windböen, Aquaplaning, abgerissene Äste und andere Hindernisse auf der Fahrbahn. Auch die Statistiken nennen regelmäßig Fußgänger, Wanderer, Sportler und Arbeiter in Außenbereichen als Blitzopfer – aber eben keine motorisierten Verkehrsteilnehmer. Trotzdem ist es gut zu wissen, wie Blitzschläge auf Fahrzeuge wirken und was man beachten sollte. 


Mehr zum Thema



– Reise & Freizeit –

ADAC Staukalender

Verbringen Sie Ihre Autofahrt nicht im Stau. Unser Staukalender zeigt Ihnen, wann mit hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist. Mehr




Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität