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Der ADAC TruckService: Starke Engel

Wenn ein Pkw eine Panne hat, kommt die Straßenwacht. Was aber, wenn ein 40-Tonner liegen bleibt? Dann helfen die Männer vom ADAC TruckService. Ein Tag an ihrer Seite.


Das mit dem Nashorn war eine Ausnahme. "Den Fall konnten wir beim besten Willen nicht lösen", erinnert sich Eckardt Schummer und lacht: "Wir bekamen einen Anruf, dass die Zugmaschine eines Zirkuswagens einen Schaden an der Kompressorleitung habe", erzählt der 42-jährige Kfz-Mechaniker. Der Fahrer stand nachts auf der Rastanlage Fürholzen an der A 9 nach Nürnberg und wollte mit seinem Nashorn dringend weiter: "Das Tier sei zwar dressiert, könne aber in seinem rollenden Käfig bei Tagesanbruch aggressiv werden", berichtet Schummer.


95 Prozent können weiterfahren

Er und sein 34-jähriger Kollege Maik Hilbig, die heute gemeinsam Spätschicht haben, sind bei der Lkw-Werkstatt Sedlmeier in München angestellt. Die wiederum ist Partner des ADAC TruckService, der seit 1980 besteht und dafür sorgt, dass Lastwagen-Pannen auf Autobahnen, Landstraßen und im Stadtverkehr behoben werden. Und zwar so gut, dass 95 Prozent der Kunden ihre Fahrt fortsetzen können.


"Wenn wir keine Lösung finden, wer dann?", fragt Werkstatt-Inhaber Rudolf Sedlmeier und braucht nur wenige Worte, um zu verdeutlichen, wie komplex die Panne eines 40-Tonners im Vergleich zum normalen Fahrzeug ist: Die Schwergewichte können nicht mal eben abgeschleppt werden. Wegen ihrer Größe versperren sie die Fahrspur. So bilden sich rasch kilometerlange Staus mit genervten Autofahrern. Hinzu kommt der enorme Zeitdruck der Trucker, die ihre Ware termingerecht abgeben müssen. Eine Panne ist für sie eine Katastrophe. 


Ungemütlich und gefährlich

Entsprechend wichtig ist es, dass Männer wie Schummer und Hilbig ihren Job machen, selbst wenn die Umstände häufig ungemütlich und oft gefährlich sind: "Wer bei Dunkelheit und Regen auf der Autobahn eine Reifenpanne an der Fahrerseite behebt, darf in dem Moment keine Gefühle haben", sagt Hilbig.


Bleibt ein Bus oder Transporter liegen, meldet der Fahrer die Panne beim TruckService. Je nach Region arbeitet der Club mit verschiedenen Lkw-Werkstätten zusammen. Ein Disponent informiert den Pannenhelfer. Bevor die zwei ihre rollende Werkstatt, den gelben Service-Truck, bestücken, erkundigen sie sich beim Fahrer genau, was kaputt ist. "Um vor Ort reparieren zu können, müssen wir die richtigen Ersatzteile einpacken, und fragen daher auch immer nach dem Fahrzeugmodell", sagt Hilbig.


60.000 Ersatzteile auf Vorrat

Entsprechend sieht es im Keller der Firma Sedlmeier aus: Reifen aller Dimensionen, Batterien in XL-Größe, Fässer mit Schmier- und Motorenölen, Schrauben und Scheinwerfer liegen in langen Regalen. "Wir haben etwa 60.000 Ersatzteile vorrätig", verrät Werkstatt-Chef Sedlmeier.


Mehr als 105.000 Pannen konnte der ADAC TruckService im vergangenen Jahr allein in Deutschland beheben, darunter Reifenplatzer, schwächelnde Batterien, aber auch komplizierte mechanische oder elektronische Probleme. Besonders spannend ist es, wenn nicht nur die Zugmaschine, sondern auch die Ladung versorgt werden muss. Was beim Möbelwagen keine Rolle spielt, wird beim Tiefkühltransport knifflig und bei einem Viehtransport zu einer echten Herausforderung. "Sie können ja ein Pferd oder eine Kuh nicht an den nächsten Baum binden", scherzt Sedlmeier und kennt für solche Fälle eine Handvoll Landwirte, die die Tiere dann kurzfristig unterbringen.


Ein Rhinozeros in Schwierigkeiten

Und wie ist die Geschichte mit dem Nashorn ausgegangen? "Das war ein wirklich uraltes Zugfahrzeug vom Typ Faun, ich schätze aus den 1950er- oder 1960er-Jahren. Hierfür konnten nicht einmal wir die notwendigen Ersatzteile auftreiben, um eine vernünftige Weiterfahrt zu ermöglichen", bedauert Eckardt Schummer. Und so musste der Zirkus sein Rhinozeros irgendwie umladen und selbst nach Hause bringen.


Hier finden Sie weitere Infos zum ADAC TruckService




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