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Geisterfahrer: Tipps für den Ernstfall

17.05.2017

Winterfahrten

Besonders am Wochenende sind viele Geisterfahrer unterwegs.

"Vorsicht, auf der A8 kommt Ihnen ein Falschfahrer entgegen!" Im vergangenen Jahr gab es 2200 solcher Warnmeldungen im Verkehrsfunk. Für Autofahrer in der Nähe des Geisterfahrers beginnen Minuten der Angst. Wir erklären, wie Sie sich in solchen Situationen am besten verhalten.


Es ist eine Horrorvorstellung: Nachts auf der Autobahn, ein Geisterfahrer ist unterwegs. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es zu einem Unfall kommt. Dennoch: 2016 gab es in Deutschland auf Autobahnen und autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraßen 60 Unfälle wegen Geisterfahrern, zwölf Menschen kamen dabei ums Leben. Das entspricht weniger als drei Prozent aller dort tödlich verunglückten Menschen.

 

Doch warum werden Menschen zu Geisterfahrern? "Das ist leider schwer zu sagen, denn in vielen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache mehr feststellen", so ADAC Verkehrsexperte Jürgen Berlitz. Jüngere Geisterfahrer sind häufig alkoholisiert oder stehen unter Drogeneinfluss, einige haben Selbtsmordabsichten. Andere verlieren dagegen schlicht die Orientierung, sei es wegen schlechter Sichtverhältnisse oder an unübersichtlichen Stellen.

 

Geisterfahrer: Über 70 Prozent sind männlich


Besonders viele Meldungen wurden für Strecken in Nordrhein-Westfalen ausgestrahlt, gefolgt von Bayern und Niedersachsen. Bezogen auf die Länge des Autobahnnetzes gibt es jedoch für die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen die meisten Falschfahrermeldungen. Dies liegt vermutlich an der höheren Anschlussstellendichte der meist kurzen Stadt- und Zubringerautobahnen.


Wie die Auswertung weiter zeigt, sind besonders an Wochenenden Geisterfahrer unterwegs. 20 Prozent aller Falschfahrten wurden an Sonntagen, 17 Prozent an Samstagen registriert. Die anderen Wochentage kamen auf Anteile von zwölf bis 14 Prozent. Zwischen fünf und neun Uhr morgens besteht das geringste Risiko, einem Falschfahrer zu begegnen, zwischen 22 und 5 Uhr morgens ist die Gefahr am größten. Übers Jahr gesehen liegt ein deutlicher Anstieg der Meldungen während der Sommermonate vor. Die wenigsten Warnungen gibt es im Frühjahr. Und es gibt eine klare Tendenz beim Geschlecht: Mehr als 70 Prozent aller Geisterfahrer sind männlich. 


Wenn ein Geisterfahrer in der Nähe ist


Mit einigen Verhaltensregeln können Sie die Gefahr eines Unfalls mit einem Falschfahrer deutlich verringern. Sobald ein Geisterfahrer über das Radio oder das Navigationssystem gemeldet wird, sollten Sie Folgendes tun:


  1. Verringern Sie Ihre Geschwindigkeit.
  2. Schalten Sie die Warnblinkanlage an.
  3. Fahren Sie auf dem äußeren rechten Fahrstreifen.
  4. Überholen Sie nicht.
  5. Halten Sie ausreichend Abstand zum Vordermann.
  6. Wenn Sie sich unsicher fühlen, fahren Sie gegebenenfalls den nächsten Parkplatz an oder nutzen Sie die nächstgelegene Abfahrt.
  7. Behalten Sie den Seitenstreifen im Auge, um notfalls auf diesen ausweichen zu können.
  8. Hören Sie aufmerksam den Verkehrsfunk, um zu erfahren, wann die Gefahr vorüber ist.


Wenn Sie versehentlich selbst Geisterfahrer sind


  1. Sobald Sie bemerken, dass Sie auf der falschen Seite unterwegs sind, schalten Sie sofort Licht und Warnblinkanlage ein.
  2. Fahren Sie umgehend an den nächstgelegenen Fahrbahnrand.
  3. Stellen Sie Ihr Fahrzeug dicht neben der Schutzplanke ab.
  4. Steigen Sie vorsichtig aus und stellen Sie sich hinter die Schutzplanke.
  5. Rufen Sie die Polizei unter dem Notruf 110 an und warten Sie auf Hilfe.
  6. Versuchen Sie NICHT zu wenden.

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