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Geisterfahrer: Tipps für den Ernstfall

Winterfahrten

"Vorsicht, auf der A8 kommt Ihnen ein Falschfahrer entgegen!" Jährlich gibt es etwa 2900 solcher Warnmeldungen im Verkehrsfunk. Für Autofahrer in der Nähe beginnen Minuten der Angst. ADAC Verkehrsexperte Jürgen Berlitz erklärt, wie Sie sich in solchen Situationen am besten verhalten.


Es ist eine Horrorvorstellung: Nachts auf der Autobahn, ein Geisterfahrer ist unterwegs. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es zu einem Unfall kommt. Dennoch: "Jedes Jahr gibt es in Deutschland etwa 80 Unfälle wegen Geisterfahrern", sagt ADAC Verkehrsexperte Jürgen Berlitz. 


Von Januar 2009 bis 31. August 2014 kamen nach unseren Auswertungen 109 Personen auf Autobahnen bei Unfällen mit Geisterfahrern ums Leben, im Schnitt 19 Personen pro Jahr. Das entspricht etwa fünf Prozent aller tödlich verunglückten Menschen auf Autobahnen.


Wer die Falschfahrer sind


Doch warum werden Menschen zu Geisterfahrern? "Das ist leider schwer zu sagen, denn in vielen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache mehr feststellen", so Berlitz. Jüngere Geisterfahrer sind häufig alkoholisiert oder stehen unter Drogeneinfluss, einige haben Selbtsmordabsichten. Andere verlieren dagegen schlicht die Orientierung, sei es wegen schlechter Sichtverhältnisse oder an unübersichtlichen Stellen. 


Auch die Zahl der Anschlussstellen, die eine Autobahn aufweist, kann eine Rolle spielen: So geht aus ADAC Verkehrsdaten hervor, dass in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie im Saarland, wo es verhältnismäßig viele Anschlussstellen gibt, öfter Geisterfahrer unterwegs sind als in anderen Bundesländern.


Wann die Gefahr am größten ist


Wie die Auswertung weiter zeigt, sind besonders an Wochenenden Geisterfahrer unterwegs. 22 Prozent aller Falschfahrten wurden an Sonntagen, 16 Prozent an Samstagen registriert. Die anderen Wochentage kamen auf Anteile von elf bis 15 Prozent. Zwischen fünf und neun Uhr morgens besteht das geringste Risiko, einem Falschfahrer zu begegnen, zwischen 20 und 2 Uhr morgens ist die Gefahr am größten. 


Die Jahreszeit sei dabei nicht von Bedeutung, sagt Verkehrsexperte Berlitz. Dafür gibt es eine klare Tendenz beim Geschlecht: Mehr als 70 Prozent aller Geisterfahrer sind männlich. 


Richtiges Verhalten auf der falschen Spur 


Mit einigen Verhaltensregeln können Sie die Gefahr eines Unfalls mit einem Falschfahrer deutlich verringern. Sobald ein Geisterfahrer über das Radio oder das Navigationssystem gemeldet wird, sollten Sie Folgendes tun:


  1. Verringern Sie Ihre Geschwindigkeit.
  2. Schalten Sie die Warnblinkanlage an.
  3. Fahren Sie auf dem äußeren rechten Fahrstreifen.
  4. Überholen Sie nicht.
  5. Halten Sie ausreichend Abstand zum Vordermann.
  6. Wenn Sie sich unsicher fühlen, fahren Sie gegebenenfalls den nächsten Parkplatz an oder nutzen Sie die nächstgelegene Abfahrt.
  7. Behalten Sie den Seitenstreifen im Auge, um notfalls auf diesen ausweichen zu können.
  8. Hören Sie aufmerksam den Verkehrsfunk, um zu erfahren, wann die Gefahr vorüber ist.


Wenn Sie versehentlich selbst zum Falschfahrer geworden sind, können Sie Schlimmeres verhindern, wenn Sie sich an diese Hinweise halten:


  1. Sobald Sie bemerken, dass Sie auf der falschen Seite unterwegs sind, schalten Sie sofort Licht und Warnblinkanlage ein.
  2. Fahren Sie umgehend an den nächstgelegenen Fahrbahnrand.
  3. Stellen Sie Ihr Fahrzeug dicht neben der Schutzplanke ab.
  4. Steigen Sie vorsichtig aus und stellen Sie sich hinter die Schutzplanke.
  5. Rufen Sie die Polizei unter dem Notruf 110 an und warten Sie auf Hilfe.
  6. Versuchen Sie NICHT zu wenden.
(Stand 25.1.2016)

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