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Tipps zum Gebrauchtwagenkauf

Fast sieben Millionen Autos wechseln jedes Jahr in Deutschland den Besitzer. Geht der Gebrauchte danach kaputt, wird oft darüber gestritten, wer für den Schaden aufkommt.

 

Ein Auto geht in seinem Leben durch viele Hände. Fast sieben Millionen gebrauchte Pkw wechseln alljährlich in Deutschland den Besitzer. Ärger gibt es danach häufig, wenn was kaputtgeht. Ist es ein Mangel oder Verschleiß? Und wer muss für den Schaden aufkommen? Solche Fragen gehören zu den Klassikern in der für Mitglieder kostenfreien Rechtsberatung der ADAC Juristen. Ein kleiner Wegweiser für den Gebrauchtwagenkauf.


Der richtige Kaufvertrag. Für den Kauf eines Autos brauchen Sie keinen schriftlichen Vertrag, auch eine mündliche Vereinbarung ist verbindlich. Aber dann haben Sie nichts in der Hand, wenn es Probleme gibt. Auf Nummer sicher gehen Sie mit dem schriftlichen Mustervertrag, den die ADAC Juristen erarbeitet haben.

 

Die Haftungsfrage. Wie beim Neuwagen- gelten auch beim Gebrauchtwagenkauf zwei Jahre Sachmängelhaftung für Schäden. Privatleute können sich jedoch davon befreien, im ADAC Mustervertrag ist der Haftungsausschluss enthalten. Händler kommen aus der Haftung nicht raus, sie dürfen aber auf ein Jahr verkürzen. Im ersten halben Jahr kommt der Käufer leicht zu seinem Recht. Danach wird es schwerer, weil er dann beweisen muss, dass der Mangel schon beim Kauf vorlag. Dazu braucht er handfeste Belege oder einen Gutachter.

 

Mangel oder Verschleiß? Das ist die für die Haftung ausschlaggebende Frage, über die oft vor Gericht gestritten wird. War die Wasserpumpe schon beim Kauf angeschlagen und damit ein Mangel? Oder ist sie altersschwach und damit normaler Verschleiß? Eine Einzelfallentscheidung.

 

Ort der Reparatur. Für das passende Auto zum gewünschten Preis reisen Käufer auch mal von München nach Hamburg. Ein weiter Weg, der bei einem Mangel zum Problem wird. Denn der Nacherfüllungsort, wie es im Juristendeutsch heißt, liegt beim Verkäufer. Der darf selbst zweimal nachbessern oder bestimmen, in welcher Werkstatt die Reparatur stattfinden soll.

 

Tipps der Juristen. Scheckheftgepflegt, unfallfrei – „solche Eigenschaften sollten Sie nur zusichern, wenn Sie genau wissen, dass sie stimmen“, sagt Ulrich May, Leiter der Juristischen Zentrale des ADAC. Das gilt auch für Angaben in Internet-Anzeigen. May: „Alles, was Sie dort zusagen, wird Vertragsbestandteil, wenn es im Kaufvertrag nicht ausdrücklich widerrufen wird.“ Um sich als Käufer vor versteckten Mängeln zu schützen, rät der Jurist zu einer Gebrauchtwagen-Untersuchung beim ADAC. Tacho-Betrug lässt sich selbst durch Profis kaum nachweisen. „Hinweise können aber das Serviceheft oder eine Nachfrage beim Vorbesitzer geben“, sagt May, „oder manchmal der Besuch bei einer Vertragswerkstatt, die zentral Zugriff auf die Kilometerstände bei Inspektionen und Reparaturen hat.“

 

Unwirksame Klauseln. Unseriöse Händler versuchen mit Klauseln wie „keine Garantie“ oder „gekauft wie gesehen“ bei privaten Käufern die Haftung auszuschließen. May: „Ein Eigentor, denn so haften sie nicht nur ein, sondern zwei Jahre.“

 

Text: Christof Henn


  • Die schwierige Abgrenzung von Mangel und Verschleiß: Eine ständig aktualisierte ADAC Liste enthält mehr als 100 Urteile. Sie finden sie als Download unter www.adac.de/mangelliste
  • Den ADAC Kaufvertrag erhalten Sie in Geschäftsstellen oder unter www.adac.de/gebrauchtwagen
  • Bei rechtlichen Fragen zu diesem Thema beraten Sie die Clubjuristen unter Tel. 089.7676-2423 (Mo-Fr 8-18 Uhr) oder www.adac.de/rechtsberatung


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