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Vorsicht, Fallen!

Rund sieben Millionen Deutsche kaufen jedes Jahr einen Pkw aus zweiter oder dritter Hand. Auf Mängel weisen Autohändler nur selten von selbst hin, wie eine Stichprobe des ADAC ergab. Dr. Florian Fischer, Testleiter ADAC Gebrauchtwagenkauf, gibt wertvolle Tipps, was Laien beim Kauf beachten sollten.


Das detaillierte Ergebnis der ADAC Stichprobe bei 36 Marken- und freien Autohäusern finden Sie hier


Wie kann ich überprüfen, ob es sich bei meinem Wunschfahrzeug um ein gutes Angebot handelt?

Am besten nehmen Sie einen Fachmann mit zur Probefahrt oder nutzen diese, um den Wagen bei einer unabhängigen Gebrauchtwagenuntersuchung checken zu lassen. So bekommen Sie ein klares Bild darüber, ob der Händler-Preis angemessen ist. Sollte der Wagen Mängel haben, mit dem Händler schriftlich im Vertrag vereinbaren, dass er diese behebt. 


Worauf sollte der Käufer bei der Probefahrt achten?

In einer Probefahrtvereinbarung sollte festgehalten werden, dass eine Vollkaskoversicherung mit einer möglichst geringen Selbstbeteiligung besteht. Wer ohne Vereinbarung losfährt, riskiert im Schadensfall eine Selbstbeteiligung von bis zu 750 Euro. Und: Probefahrten stets im Stadt-, Überland- und Autobahnverkehr durchführen.


Welche Mängel kann auch der Laie erkennen?

Achten Sie auf das Alter der Reifen (DOT-Nummer). Bei unserer Untersuchung waren sie bei zehn Fahrzeugen älter als sechs Jahre. Da lässt die Bremsfähigkeit bereits deutlich nach, eine Neuanschaffung wird notwendig. Überprüfen Sie das Scheckheft auf Wartungsarbeiten wie etwa anstehende Zahnriemenwechsel.


Was kann ein Kaufinteressent tun, wenn kein Scheckheft vorliegt? 

Werden Fahrzeuge beim Markenhändler gewartet, sind Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten meist in der Händlerdatenbank gespeichert. Markengebundene Händler haben in der Regel Zugriff auf diese Datenbanken und können die Fahrzeughistorie abrufen. Und Vorsicht, falls sich ein Verkäufer weigert und sagt, er könne die Ergebnisse aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht preisgeben, stimmt das nicht. Denn es sind keine personenbezogenen Daten, sondern fahrzeugbezogene. Diese Infos sind datenschutzrechtlich unbedenklich.


Wie kann ich das Preis-Leistungs-Verhältnis des Gebrauchtwagens verbessern?

Verhandeln ist nicht jedermanns Sache, aber nur so geht es. Und damit meine ich nicht nur das Feilschen um den endgültigen Preis. Manche Händler geben auch einen neuen Satz Winterreifen dazu. Das kann sich durchaus lohnen. Wer häufig weit in den Urlaub fährt, kann ganz offen fragen, ob er vielleicht einen Dachkoffer dazubekommt, wenn schon am Verkaufspreis nicht zu rütteln ist.


Apropos Reisen: Lohnt es sich, weite Strecken zu fahren, um sich einen Gebrauchtwagen anzuschauen, den man im Internet entdeckt hat?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Aber Käufer dürfen sich nicht unter Druck setzen, wenn sie etwa von Hamburg nach Stuttgart gefahren sind, um eventuell ein Gebrauchtwagen-Schnäppchen zu schießen. Die Devise lautet: Ruhe bewahren, genau hinsehen und wenn etwas nicht stimmt, bereit dazu sein, das Fahrzeug nicht um jeden Preis zu kaufen, nur weil man weit gereist ist. Damit rechnen die Verkäufer nämlich. Und was die wenigsten wissen: Wenn die Beschreibung eines Fahrzeugs im Internet gravierend vom tatsächlichen Zustand abweicht, können Sie vom Händler Schadensersatz für Ihre Reisekosten verlangen.



– Reise & Freizeit –

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