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Platzangst in der Baustelle: Wie fährt man sicher?


Die Enge in Autobahn-Baustellen sorgt oft für Staus und Unfälle. Wo sind die gefährlichsten Abschnitte und wie kommt man sicher durch? 


Baustellen, vor allem auf Fernstraßen, schüchtern viele Autofahrer ein, sorgen für schweißnasse Hände, erhöhten Pulsschlag, Tunnelblick. ADAC Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino: „Gerade die verringerten Seitenabstände stellen hohe Anforderungen an die Konzentration – das löst Stress und Platzangst aus.“ 


Selbst für einen Golf zu schmal


Normalerweise sind Autobahn-Fahrspuren dreieinhalb Meter breit, in der Baustelle schrumpfen sie dagegen oft auf zweieinhalb Meter zusammen. Wegen des vorgeschriebenen seitlichen Sicherheitsabstands von jeweils 25 Zentimetern dürfen diese Spuren also nur von Fahrzeugen befahren werden, die höchstens zwei Meter breit sind – und zwar inklusive ihrer Außenspiegel. Selbst Wagen der unteren Mittelklasse müssen sich dann zwischen die Lkw einordnen. 


Der Golf VII etwa misst von Seitenspiegel zu Seitenspiegel 204 Zentimeter, der Ford S-Max bringt es auf 216. Wer trotzdem mit einem „überbreiten“ Auto überholt, geht ein hohes Risiko ein. Denn eine Unachtsamkeit oder eine falsche Lenkradbewegung kann leicht einen Crash mit dem Wagen auf der Nachbarspur verursachen. Zudem droht bei einem Unfall die Einschränkung des Kaskoschutzes. Entscheidend ist die Breite mit Außenspiegel, der in den Fahrzeugpapieren eingetragene Wert gibt nur die Breite ohne Außenspiegel an. Eine Liste (pdf) der Gesamtbreite aktueller Pkw-Modelle finden Sie hier


Rechts halten, Nerven schonen


Erst allmählich reagieren die Bauverwaltungen. Vergleichsweise erfolgreich ist dabei Nordrhein-Westfalen. Dort gelingt es StraßenNRW, dem für Autobahnen zuständigen Landesbetrieb, inzwischen bei fast allen Baustellen, die linke Fahrspur für Autos bis zu 2,10 Metern Breite freizugeben.


Viel Platz hat der Autofahrer aber auch dann nicht. Wer seine Nerven schonen will, sollte sich deshalb rechts halten. Das kostet kaum Zeit: In einer fünf Kilometer langen Baustelle bringen zehn Stundenkilometer mehr Geschwindigkeit gerade mal 25 Sekunden Zeitgewinn.


Weitere wichtige Tipps, um sicher durch die aktuell rund 600 Kilometer Autobahnbaustellen in Deutschland zu kommen: 


  • Autofahrer sollten sich vor der Fahrt über Baustellen und etwaige Ausweichstrecken erkundigen. So können Staus vor Baustellen umfahren werden.
  • Verkehrsvorschriften wie Tempolimit und Überholverbot müssen befolgt werden.
  • Versetztes Fahren und der Verzicht auf unnötige Überholmanöver bringen Sicherheit und helfen, seitliche Kollisionen zu vermeiden.
  • Den Abstand zum Vordermann vergrößern.
  • In den Verschwenkungsbereichen der Baustelle besonders vorsichtig fahren, denn Lkw brauchen dort mehr Platz.
  • Im Falle einer Panne Warnblinker einschalten und möglichst das Fahrzeug außerhalb der Baustelle am rechten Fahrbahnrand abstellen. Alle Autoinsassen sollten den Wagen auf der dem Verkehr abgewandten Seite verlassen.
  • In Nachtbaustellen ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Vor allem die Übergänge von beleuchteten zu unbeleuchteten Abschnitten sind kritisch.


– Reise & Freizeit –

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