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Fahrbericht: BMW 7er

Der neue BMW 7er braucht keinen Fahrer mehr. Er rollt von selbst in die Garage. Wir zeigen, was das neue bayerische Topmodell sonst noch drauf hat und liefern erste Fahreindrücke aus der schönen neuen Welt der Oberklasse.



Der Motor startet, die Handbremse löst sich, und der Wagen rollt langsam aus der Garage. Nach ein paar Sekunden bleibt er stehen. So weit, so alltäglich. Ungewöhnlich ist, dass niemand im Auto sitzt. Der Fahrer wartet entspannt vor der Garage und lotst den 7er per Fernsteuerung zu sich. Ein Knopfdruck auf dem Autoschlüssel reicht. Was zunächst irritierend wirkt, stammt nicht aus einem Science-Fiction-Film, sondern ist ab Dezember Realität. Dann kann das "ferngesteuerte Parken", wie BMW es nennt, ab 550 Euro als Extra für den 7er geordert werden. Auf dieselbe Art lässt sich der Wagen nicht nur aus, sondern auch in die Garage bugsieren.


Der Spuk funktioniert allerdings nur in sehr engen Grenzen: Der Fahrer darf den Knopf auf dem Autoschlüssel nicht loslassen, die Strecke, die der Computer steuert, ist auf eineinhalb Wagenlängen begrenzt und mehr als drei Grad Abweichung von der Ideallinie lässt das System nicht zu. Auch wenn ein Hindernis im Weg ist, hält das Auto sofort an.


Atmosphäre wie im Wohnzimmer


Sinnvoll ist so ein System vor allem bei richtig großen Autos. Mit 5,10 Metern Länge (Langversion 5,24 Meter) und 2,17 Metern Breite (mit Spiegeln) kommt der 7er nicht nur in der Normgarage an seine Grenzen, auch in Parkhäusern dürfte es eng werden. Die mächtigen Maße bringen natürlich ein entsprechendes Platzangebot mit sich. Schon bei der kurzen Version herrschen opulente Raumverhältnisse im Fond, die sich in der Langversion (5800 Euro extra) noch deutlich steigern lassen. 


Wer rechts hinten chauffiert wird, kann mit nur einem Knopfdruck die Rückenlehne elektrisch neigen. Zeitgleich surrt der Vordersitz nach vorn, und eine Beinauflage fährt elektrisch aus – eine Einladung, längere Fahrten in Relax-Position zu genießen. Ohnehin herrscht im 7er eine Atmopshäre wie im Wohnzimmer, in einem sehr edel eingerichteten: üppiges Leder, Holz in allen denkbaren Ausführungen und silbrig glänzende Oberflächen, Rähmchen und Tasten wohin das Auge blickt. Schwarzen Kunststoff gibt es in dieser Luxuslounge nirgends. 


Ein weiteres Highlight: In der Mittelarmlehne hinten sitzt in einem Chrom-Bett ein Tablet-Computer, über den sich zum Beispiel die Sonnenrollos steuern, das Innenlicht dimmen, Navigationsdaten oder der Bordcomputer aufrufen lassen. Wenn der Chauffeur mal wieder zu viel Gas gibt, sieht das sein Chef jetzt auf den ersten Blick. Herausnehmen kann man das Gerät auch und wie ein normales Tablet verwenden: Das Auto dient dabei als WLAN-Hotspot.


Basisversion mit 265 PS


Wer lieber selbst das Steuer in die Hand nimmt, dürfte am neuen 7er ebenfalls seine Freude haben. Nicht nur, weil er mit seiner serienmäßigen Luftfederung über Unebenheiten sanft hinweggleitet und das Motorgeräusch kaum zu hören ist – egal, ob man einen Diesel oder Benziner fährt. Sondern auch, weil das Fünf-Meter-Schiff eine in dieser Klasse nicht gekannte Handlichkeit an den Tag legt. Der mächtige Bayer fährt sich so leichtfüßig wie ein Kleinwagen, gehorcht selbst kleinen Lenkbewegungen sofort und durcheilt Kurven wie an der Schnur gezogen. Dabei hilft die "Integral-Aktivlenkung" (1450 Euro extra), bei der die Hinterachse mitlenkt. 


Motorseitig stehen zunächst zwei Diesel (730d und 740d mit 265 bzw. 320 PS) und zwei Benziner (740i und 750i mit 326 bzw. 450 PS) zur Wahl. Der kleinere Selbstzünder ist dabei die vernünftigste Lösung, zumal er am wenigsten verbraucht. Bei unseren ersten Testrunden waren Werte um die sieben Liter Diesel machbar. Nächstes Jahr soll der 7er auch als Plug-in-Hybrid kommen. Ob der dann vollautomatisch an die Steckose rollt?


Text: Jochen Wieler


"Das Interieur entscheidet über den Verkaufserfolg", sagt Adrian von Hooydonk. Das komplette Interview mit dem Designchef der BMW Group lesen Sie in der aktuellen ADAC Motorwelt Digital.



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