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Neuer Opel Astra: Der ewige Rivale

Opel_Astra
Im Oktober kommt die elfte Generation des kompakten Opel auf den Markt. Wird der neue Astra besser als seine Gegner Golf und Focus? Wir konnten den getarnten Erlkönig schon fahren. 

Das waren noch Zeiten, als Opel seine Modelle Kapitän, Commodore oder Admiral nannte. Der Begriff "Autoflotte" hat hier seinen Ursprung – und der Kadett war der Rekrut in dieser Hierarchie. Auf ihm basierte der Erfolg der Opel-Flotte, die mit einem Marktanteil von 21,3 Prozent im Jahr 1972 einen Höhepunkt hatte. Stärker war nur die Marke VW, die ihr Erfolgsprodukt, den Käfer, in dieser Zeit durch den Golf ersetzte.


Auch Opel brachte damals ein neues Modell, blieb dem etwas altbackenen Namen Kadett aber bis 1991 treu. Erst dann wurde er zum Astra, was ihn – in Anlehnung an das Lateinische – zu den Sternen führen sollte. Doch er brachte kein Glück: Mit einem Marktanteil von inzwischen 7,2 Prozent spielt die GM-Tochter Opel in Deutschland nur noch eine Nebenrolle.


Der neue Astra muss erfolgreich sein


Die inzwischen elfte Generation des Astra soll die Bilanz der Rüsselsheimer jetzt wieder runderneuern. Doch hat der Neue, der im Oktober auf den Markt kommt, gegen die gut laufenden -Rivalen VW Golf und Ford Focus überhaupt eine Chance? Wir konnten einen noch getarnten Astra im Rahmen der Abnahmefahrten für die Opel-Vorstände ausprobieren. 


Was beim Beschleunigen sofort auffällt: Der neue Astra ist leichter geworden. Das liegt nicht nur daran, dass er mit 4,37 Metern – branchenunüblich – sogar fünf Zentimeter kürzer als sein Vorgänger ist. Es wurde bei allen Komponenten wie den "ungefederten Massen" des Fahrwerks abgespeckt, was ihn im Handling noch einen Tick agiler macht. Die Innenraumausnutzung, sein altes Manko, konnte mit fast vier Zentimetern mehr Beinfreiheit hinten jedoch erheblich verbessert werden.


Über die Gestaltung des Interieurs lässt sich seriös nur wenig berichten, weil das Cockpit des Prototyps noch komplett abgeklebt war. Schon erkennbar war die Abkehr vom unseligen Opel-Prinzip, für jede Funktion ein eigenes Knöpfchen zu reservieren. Modernstes Entertainment mit der OnStar-Funktion wird Einzug halten: Bis zu sieben mobile Geräte können dann gleichzeitig online gehen, eCall informiert die Rettungskräfte bei einem Unfall, und per Knopfdruck hilft auch ein ganz realer Mensch in der Opel-Zentrale bei Problemen weiter. Gut: Mit einer Privat-Taste kann der Fahrer das Ortungssystem bei Bedarf auch ausschalten.


Taghelle Frontscheinwerfer


Einen neuen Standard im Kompaktsegment wird das neue Voll-LED-Matrixlicht der Frontscheinwerfer setzen. Das BiXenon-System des Vorgängers war schon gut. Doch das von Opel IntelliLUX genannte LED-Licht gefiel uns bei den ersten Nachtfahrten nicht nur wegen der automatischen Fernlichtfunktion oder der besseren Ausleuchtung, sondern vor allem wegen einer tagähnlichen Lichtfarbe.


Durchzugsstarker Turbobenziner


Überzeugen konnten bei den ersten Ausfahrten auch die neuen Motoren. Nur die neuesten GM-Motorengenerationen von 95 bis 200 PS kommen im Astra zum Einsatz. Wichtigster Diesel wird wohl der Ende des letzten Jahres vorgestellte 1,6-l-Turbo mit 136 PS werden. Der Antrieb, den Opel etwas übertrieben als "Flüsterdiesel" bezeichnet, überzeugt mit einem kräftigen Drehmoment von 320 Newtonmetern schon aus niedrigen Drehzahlen. Der tatsächlich sehr kultivierte 2-l-DI-Diesel aus dem Insignia mit 250 PS kommt leider nicht zum Einsatz: Für den abgespeckten Astra wäre er zu schwer.

Besser passt da schon der neue 1,0-l-Turbobenziner. Auch er hat gegenüber dem Vorgängermotor an Hubraum (früher 1,6 Liter), Zylindern (3 statt 4) und PS (105 statt 115) abgenommen, steht aber eindeutig besser im Futter. Ein gewachsenes Dremoment von 170 statt 155 Newtonmetern ist nur nominell der Beweis dafür – ganz praktisch macht der Antrieb einfach Spaß, weil er direkt und kraftvoll am Gas hängt. Sollte er tatsächlich, wie Opel hofft, unter fünf Litern Verbrauch bleiben, wäre den Rüsselsheimern endlich wieder ein brauchbarer Antrieb gelungen.


Start einer neuen Ära?


Für Opel-Chef Dr. Karl-Thomas Neumann war die Sache nach den Abnahmefahrten ohnehin klar: "Die neue Astra-Generation hat alles, um wieder ein großer Player im Kompaktsegment zu sein." Dabei hat er aber nicht nur Golf und Focus im Kopf: "Der neue Astra wird auch eine ganz neue Ära von hocheffizienten Opel-Modellen eröffnen." Wir bleiben gespannt ...


Text: Thomas Kroher


Mehr Bilder und Infos zum Astra gibt es in der ADAC Motorwelt Digital.


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