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ADAC gegen überflüssige Abgasmessung

Neue EU-Pläne könnten deutsche Autofahrer 207 Millionen Euro kosten. Bei der alle zwei Jahre fälligen Abgasuntersuchung soll die veraltete Messung am Endrohr wieder eingeführt werden. Der ADAC ist strikt dagegen, denn diese Messmethode ist überflüssig. 


Am 2. Juli stimmt das EU-Parlament über die Endrohrmessung ab. Wird der Vorschlag angenommen, bedeutet dies für deutsche Autofahrer Zusatzkosten in Höhe von 207 Millionen Euro. Der ADAC verurteilt diese Pläne und fordert die Parlamentarier auf, dagegen zu stimmen.


In Deutschland wird die Abgasuntersuchung bei Fahrzeugen ab Euro 4 seit dem 1. April 2006 durch das Auslesen der Motor-Daten durchgeführt. Das sogenannte OBD-System überwacht das Abgasverhalten im laufenden Betrieb permanent. Gibt es einen Fehler, leuchtet die Motorwarnleuchte auf. 


Laut einer aktuellen ADAC Umfrage unter knapp 3000 Mitgliedern fahren 81 Prozent der Befragten nach Aufleuchten der Warnlampe in die Werkstatt und lassen Probleme beheben, die sich negativ auf das Emissionsverhalten auswirken könnten. Wenn der Gesetzgeber tatsächlich die Zuverlässigkeit des OBD-Systems anzweifelt, müsste dieses im Rahmen des Typgenehmigungsverfahrens geprüft werden. Warum die EU jetzt ohne diese Prüfung die völlig veraltete Endrohrmessung wieder einführen will, ist mit sachlichen Argumenten nicht zu erklären.


Zusätzlich soll auch die Messung der Stickoxidemissionen (NOx) eingeführt werden. Problem: NOx-Emissionen entstehen nur bei hohen Motorlasten. Möchte man realistische Ergebnisse, müsste jede einzelne Prüfstelle in Deutschland einen sechsstelligen Betrag für einen Last-Rollenprüfstand und Abgasanalysatoren investieren. Die Kosten-Nutzen-Relation ist hier laut ADAC mehr als unverhältnismäßig, weil auch diese Werte vom OBD-System laufend während aller Fahrsituationen - also auch bei hoher Motorlast - überwacht werden.



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