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Ergebnisse des verschärften ADAC EcoTest

20.03.2017

Eco_Neu-Test

Autos, die auf unserem Prüfstand eine Empfehlung erreichen, müssen sich zusätzlichen Abgasmessungen auf der Straße stellen.

Wir haben im September 2016 unseren EcoTest verschärft, seither 77 Automodelle geprüft und festgestellt: Auch Benziner weisen häufig viel zu hohe Feinstaubwerte auf. Die tatsächlichen Emissionen liegen oft fernab der Grenzwerte. Überraschend ist auch, dass Euro-5-Diesel teilweise sauberer sind als Euro-6-Fahrzeuge.


Alarmierende Ergebnisse im neuen ADAC EcoTest: Von 38 getesteten Diesel-Pkw überzeugten in einer neuen, realitätsnahen Messung tatsächlicher Schadstoff-Ausstöße lediglich der Mercedes E220 d 9G-Tronic und der BMW 118d Urban Line Steptronic. Die beiden Fahrzeuge schafften es mit jeweils vier "Umweltsternen" als einzige Dieselfahrzeuge in die Gruppe der empfehlenswerten Autos. 

 

Entscheidend für das schlechte Abschneiden der Dieselmodelle ist, dass sie teilweise deutlich die gesetzlichen Grenzwerte für Stickoxide überschreiten. Im bislang gravierendsten Fall stieß der Renault Capture dCi 90 durchschnittlich 725 mg/km an Stickoxid aus. Das Auto überschreitet den Grenzwert damit um mehr als 900 Prozent. Nicht immer sind die neuesten Modelle sauberer, im Gegenteil: In einigen Fällen weisen moderne Euro-6-Fahrzeuge laut unseren Messungen höhere Emissionswerte auf als diejenigen der Klasse Euro 5. Dieses Ergebnis ist vor dem Hintergrund drohender Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Innenstädten von besonderer Bedeutung.


ADAC EcoTest: Bestplatzierte und Schlusslichter

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Bedingt umweltverträglich 

Während die Mehrheit der Dieselfahrzeuge zu hohe Stickoxidemissionen aufweist, zeigen viele Benzin-Direkteinspritzer unter verschärften Testbedingungen einen deutlich zu hohen Ausstoß an Feinstaub. Davon sind nicht nur stark motorisierte Modelle betroffen, wie etwa der Ford Focus RS, sondern auch stark verbreitete Fahrzeuge wie der VW Tiguan 1.4 TSI oder der Opel Corsa 1.0 Turbo ecoFlex Edition. Diese Modelle können in puncto Umweltverträglichkeit kaum überzeugen. Beim Opel wurden zudem erstmals erhöhte Stickoxidemissionen festgestellt, was bisher bei Benzinern kein Thema war.


Die eingesetzten Abgassysteme der meisten Benzin- und Dieselmodelle sind nicht auf dem Stand des technisch Machbaren. "Viele Autofahrer sind wegen der Abgasmanipulationen und drohender Fahrverbote stark verunsichert. Wir bieten mit einem verschärften ADAC EcoTest Orientierung, wenn es um die tatsächlichen Schadstoffemissionen und realitätsnahe Verbrauchsangaben geht", so Thomas Burkhardt, Vizepräsident für Technik beim ADAC. "Bedauerlich ist, dass die Hersteller weiterhin viel zu wenig unternehmen, um längst vorhandene Emissions-Technologien für einen effektiven Schutz der Umwelt in ihren Fahrzeugen einzusetzen."


Elektrische Testsieger

Die vorderen Plätze beim ADAC EcoTest belegen derzeit Elektro- und Hybridfahrzeuge, wie etwa BMW i3, Toyota Prius 1.8 Hybrid Executive oder Nissan Leaf Acenta. Auch das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai bekam die Höchstnote. Fünf Pkw mit Benzinantrieb erreichten vier Sterne und sind damit ebenfalls empfehlenswert. Sauberster Benziner ist der Suzuki Ignis 1.2 SHVS Comfort+. Von den drei untersuchten Plug-in-Hybriden, also einer Kombination aus Benzinantrieb und externer Stromlademöglichkeit, erhält kein Fahrzeug eine Empfehlung.

 

Zu unserer Messmethode: Wir prüfen Pkw realitätsnäher als Hersteller und staatliche Institutionen. Denn neben aktualisierten Fahrzyklen und verschärften Bewertungsmaßstäben haben wir eine weitere wesentliche Neuerung eingeführt: Autos, die auf unserem Prüfstand eine Empfehlung erreichen – also mit vier oder fünf "Umweltsternen" ausgezeichnet werden – müssen sich zusätzlichen Abgasmessungen auf der Straße ("Real Driving Emissions") stellen.


Die detaillierten Ergebnisse


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