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"An das Positive denken"

09.12.2016

Knigge

Im Interview: Moritz Freiherr Knigge wirbt für wertschätzenden Umgang miteinander.

Moritz Freiherr Knigge ist Redner und Autor über Selbstbeherrschung und Höflichkeit sowie Berliner Busfahrer. Zum aktuellen ADAC Motorwelt-Titelthema "Drängler: Gefahr von hinten" gab er folgendes Interview. 


Schaffen Sie es, im Auto immer ruhig zu bleiben?

Klares Nein, ich bin auch nur ein Mensch. Wenn ich unter Zeitdruck stehe und es mir nicht schnell genug geht, nervt mich das auch.


Und wie kriegen Sie sich in den Griff?

Ich denke daran, wie andere Leute aussehen, die sich total aufregen, fuchteln und rumbrüllen. Dann sage ich mir: So sehe ich also aus, wenn ich in Fahrt komme. Nicht schön. Ärger ist ein ästhetisches Problem.


Wie lernt man Selbstbeherrschung?

Leider gibt es dafür keinen Knopf. Wir sollten nicht alles, was auf der Welt passiert, persönlich nehmen. Viele Leute denken ja, dass alles um sie kreist. Aber das ist einfach nicht so.


Drängler im Rückspiegel – wie geht man mit ihm um?

Natürlich kenne auch ich den teuflischen Gedanken, einfach in die Bremse zu steigen. Aber besser ist es dann doch, einfach rüberzuziehen.


Wird der Straßenverkehr ruppiger?

Es ist tatsächlich erstaunlich, wie aggressiv manche Menschen sind. Aber ich finde, die sind immer noch in der Minderheit. Ich rufe immer dazu auf, auch an das Positive zu denken.


Was könnte das sein?

Zum Beispiel ein freundlicher Autofahrer, der einen einscheren lässt, grüßt oder lächelt. Das kann jeder. Ein höflicher Mensch ist bereit, in Vorleistung zu treten, und wartet nicht darauf, dass die anderen damit anfangen. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas zurückkommt, ist groß.


Haben Sie ein Beispiel?

Ein Berliner Radfahrer schrieb mir, er habe sich meinen Vortrag zu Herzen genommen und einen Linienbus vorbeigelassen, obwohl er Vorfahrt hatte. Der Busfahrer hat ihn angelächelt und sich mit erhobenem Daumen bedankt. Und das von einem Berliner Busfahrer. Ich meine, das sind die härtesten in Deutschland (lacht)! Dem Radler hat das den Tag gerettet.


Quelle: ADAC Motorwelt 12/2016; Text: Thomas Paulsen, Mitarbeit: Christof Henn


Lesen Sie hier unseren Artikel zum Thema "Drängler: Gefahr von hinten".


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