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Crash wegen Eichhörnchens: Mithaftung

Wer für ein Kleintier bremst, der haftet mit. Ein Auffahrunfall wäre nach Ansicht des Gerichts vermeidbar gewesen – den Großteil der Schuld bekommt dennoch der Auffahrende.


In dem vom Amtsgericht München entschiedenen Fall bremste eine Autofahrerin ihr Fahrzeug plötzlich wegen eines Eichhörnchens ab. Der dahinter fahrende Wagen konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr auf das Auto der Frau auf. Der Auffahrende behauptete zudem, dass das Eichhörnchen erst nach dem Unfall auf die Straße lief.

 

Das Gericht berücksichtigte zwar eine Mithaftung der Vorausfahrenden in Höhe von 25 Prozent, verurteilte aber den Auffahrenden zur Zahlung des Schadens.


Grundsätzlich gilt: Der Auffahrende haftet – ein plötzliches Abbremsen des Vorausfahrenden muss einkalkuliert werden. Eine Abweichung von diesem Grundsatz gilt nur, wenn der Vorausfahrende ohne zwingenden Grund stark abbremst und damit gegen § 4 Abs. 1 S. 2 StVO verstößt. Dies muss allerdings vom Beklagten bewiesen werden.

 

Im vorliegenden Fall konnte der Beklagte eben nicht beweisen, dass das Eichhörnchen zum Zeitpunkt des Unfalls nicht auf der Fahrbahn war – und die vorausfahrende Frau grundlos abbremste. Allerdings wurde berücksichtigt, dass die Frau „nur“ wegen eines Kleintieres bremste. Der Unfall wäre also vermeidbar gewesen – deshalb die Mithaftung in Höhe von 25 Prozent.


AG München vom 25.02.2014, Az. 331 C 16026/13 


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