DruckenPDF

Fahrradfahren in der Stadt



Vögel zwitschern, die Sonne scheint, milde Temperaturen – kurzum: Frühling. Endlich wieder Radfahren. Also raus aus dem Keller mit dem Bike und rauf auf den Sattel. Aber in der Stadt ist das gar nicht immer so einfach. Wir haben Tipps zusammengetragen, wie Auto- und Radfahrer gut miteinander auskommen.


Die Deutschen mögen Fahrräder: 80 Prozent der Bürger besitzen ein Rad. Das bedeutet, in deutschen Haushalten gibt es insgesamt mehr als 70 Millionen Stück. Knapp vier Millionen wurden 2013 neu gekauft. Zum Vergleich: 43 Millionen Autos sind in Deutschland angemeldet. 


Fast die Hälfte der Deutschen nutzt ihr Fahrrad mehrmals im Monat als reines Verkehrsmittel. Kein Wunder also, dass es gerade in den Städten schon mal eng werden und Stress geben kann zwischen Auto- und Radfahrern.


Autofahrer sollten besonders beim Richtungswechsel vorsichtig sein: Die meisten Unfälle zwischen Auto und Rad geschehen beim Abbiegen des Pkw. Die Autofahrer tragen dabei zu über 90 Prozent die Allein- oder Hauptschuld.


Doch auch viele Radfahrer könnten noch mehr für ihre Sicherheit tun. Denn bisher trägt nur gut ein Viertel immer oder meistens einen Helm. Die große Mehrheit outet sich als „oben ohne“.


Und Fahrradfahrer sollten vorsichtiger unterwegs sein, wie Peter Strohbeck-Kühner, Verkehrspsychologe im ADAC ÄrzteCollegium, im Gespräch erklärt:

Herr Strohbeck-Kühner, sind Radfahrer risikofreudiger als Autofahrer?

Nach meiner Beobachtung ja. Sie missachten Verkehrsregeln häufiger als Autofahrer.

Warum?

Das Fahrrad gibt die gefühlte Möglichkeit, sich im engen Verkehrsregel-Korsett ein Stück Freiheit nehmen zu können, ohne sofort erwischt zu werden. Und: Als „besserer“, weil umweltschonender Verkehrsteilnehmer glaubt man, ein paar Sonderrechte genießen zu dürfen.

Wer vom Auto aufs Rad umsteigt und umgekehrt, wird ein anderer Mensch. Wieso?

Das hat mit unserem angeborenen Egoismus zu tun. Jeder will sein Ziel erreichen, möglichst ohne Einschränkungen. Und da sind wir wieder bei den Regeln: Die werden je nach Verkehrsmittel bis zum Maximum gedehnt.


So können Städte das Miteinander der Verkehrsteilnehmer fördern:

  • Genügend breite und eindeutig markierte Wege für Radfahrer und Fußgänger.
  • Ein eigenes System des Radverkehrs mit eigenen Ampeln und ohne unverhoffte Lücken im Netz.
  • Logische Trennung von Auto-, Radfahrer- und Fußgängerverkehr. Statt gesonderter Fahrradwege empfehlen sich markierte Radspuren auf der Fahrbahn mit Sicherheitsraum zu den parkenden Autos.
  • Gute Sichtbeziehungen aller Verkehrsteilnehmer zueinander. Dies gilt besonders an Kreuzungen.
  • Einheitliche Regelung in den Stadtvierteln zur gegenläufigen Nutzung von Einbahnstraßen.
  • Fahrradwege, die nur in einer Fahrtrichtung genutzt werden dürfen. Radwege mit Gegenverkehr sind vor allem für Strecken über Land geeignet.



Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität