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Geisterfahrerin im Elektro-Rollstuhl

StPoelten

Eine Österreicherin fuhr mit ihrem Elektro-Rollstuhl in St. Pölten auf die Autobahn. Welche Strafe droht ihr? Und wo dürfen motorisierte Rollstühle gefahren werden?

Eine 89-Jährige fuhr kürzlich bei St. Pölten mit ihrem Elektro-Rollstuhl (Höchstgeschwindigkeit 10 km/h) über eine nicht öffentliche Auffahrt entgegen der Fahrtrichtung auf die Autobahn A1. Mehrere Autofahrer machten die Polizei auf die Geisterfahrerin aufmerksam. Kurz vor der Autobahnausfahrt St. Pölten Süd konnte eine Streife der Autobahnpolizei sie anhalten.


Kurze Geisterfahrt


Die Frau gab an, dass sie auf der Heimfahrt eine Brücke versäumt habe und deswegen einfach über die Einsatzkräfte-Auffahrt auf die Autobahn gefahren sei. Da ihr zu viele Fahrzeuge entgegenkamen, habe sie gewendet und ihre Fahrt auf dem Seitenstreifen fortgesetzt. Da sie normalerweise nur den Gehsteig benützen würde, dachte sie, dass sie den Pannenstreifen ebenso befahren könne. Doch weit gefehlt: Der Pannenstreifen ist keine Fahrspur. Die Österreicherin bekam eine Anzeige und muss mit einer Geldstrafe rechnen.


Das sagen die ADAC Juristen


Auch in Deutschland ist es laut den ADAC Juristen nicht erlaubt, mit motorisierten Rollstühlen auf der Autobahn zu fahren. Dort sind nur Fahrzeuge zugelassen, die eine Höchstgeschwindigkeit von mindestens 60 km/h erreichen können. Ein motorisierter Rollstuhl darf im Straßenverkehr immer dort gefahren werden, wo Fußgänger gehen - allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit. Steht kein Gehweg zur Verfügung, dürfen die Fahrer auf die Straße ausweichen.

Haben Sie noch Fragen? Unsere ADAC-Rechtsberatung (nur für ADAC Mitglieder) erreichen Sie unter 089/76762423 (Mo-Fr 8-18 Uhr). Weitere Infos, interessante Urteile und Rechtliches von A-Z finden Sie auch auf den Online-Seiten der ADAC-Rechtsberatung


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