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Autotest: Opel Astra

Erst Corsa, dann Karl, jetzt Astra: Innerhalb eines Jahres bringt Opel bereits die dritte Neuheit auf den Markt. Doch wie gut ist der Golf-Herausforderer? Der Opel Astra im exklusiven Test.


Optisch hat der neue Astra (in der Basis-Version erhältlich ab 17.260 Euro) zweifellos gewonnen. Seine moderne Form lässt den Vorgänger regelrecht alt aussehen. Und obwohl die Karosserie fünf Zentimeter kürzer geworden ist, bietet der Neue nicht nur ein besseres Raumgefühl, sondern auch objektiv mehr Platz. Die ADAC Messwerte weisen eine bessere Beinfreiheit und eine gewachsene Innenbreite aus, sodass drei Personen im Fond jetzt mehr Platz vorfinden als zuvor.


Ernüchterung stellt sich beim Kofferraum ein. Er ist zwar ausreichend groß, wirkt aber zerklüftet und hat vor allem noch keinen doppelten Ladeboden. Der kann erst zu einem späteren Zeitpunkt bestellt werden und würde zumindest kaschieren, dass nach dem Umlegen der Rücksitze eine große Stufe im Laderaum verbleibt. 


Wesentlich aufgeräumter wirkt der Fahrerarbeitsplatz des neuen Astra. Hier hat Opel kräftig entrümpelt, weitgehend ansprechende Materialien verwendet und sich trotz zahlreicher zusätzlicher Funktionen von der Tastenflut des Vorgängers verabschiedet. Das meiste ist nun über einen großen und übersichtlich aufgebauten Touchscreen zu bedienen, der sich prinzipiell selbst erklärt.


Hilfe auf Knopfdruck


Interessant ist ein kleiner Knopf über dem Innenspiegel: die OnStar-Taste. Wird sie gedrückt, baut der Astra eine Verbindung zum Opel-Callcenter auf. Der Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung kann so zum Beispiel in einer Notsituation behilflich sein oder den Weg zur nächsten Pizzeria direkt zum Navi schicken. Weil es nicht jedem recht sein wird, dass Opel immer weiß, wo sich das Fahrzeug befindet, kann der Fahrer die Standortbestimmung per Privat-Taste deaktivieren. 


Neue Wege geht Opel beim Antrieb. Erstmals kommt im Astra ein Dreizylinder zum Einsatz. Die Intention: Das Motörchen mit nur einem Liter Hubraum soll dem Kompaktwagen das Sparen beibringen. Das gelingt auch ganz gut. Zwar sind die im Normverbrauch versprochenen 4,4 Liter Super auf 100 Kilometer in der Praxis nicht zu schaffen. Dennoch gehen die 5,2 Liter in Ordnung, die der ADAC im EcoTest ermittelt hat. Der Astra ist damit fast so sparsam wie ein vergleichbarer VW Golf 1.0 TSI. 


Der Motor ist gelungen


Verzichten muss man bei dem Motor übrigens auf nichts: Obwohl nur 105 PS stark, wirkt er recht spritzig und zieht bereits bei niedrigen Drehzahlen tapfer durch. So gut, dass man sogar bei 2000 Umdrehungen den nächsthöheren Gang wählen kann. Das senkt den Verbrauch. Zudem gibt sich der Dreizylinder erfreulich vibrationsarm und leise. Keine Frage: Dieser Motor ist gelungen! Abrunden würde den Antrieb noch ein sechster Gang, um die Drehzahl auf der Autobahn weiter zu senken. Dem Verbrauch kommt ebenfalls zugute, dass der Astra nun rund 200 Kilo abgespeckt hat. Das war auch nötig, schließlich wurde das Übergewicht des Vorgängers stets von uns kritisiert.


Das neue Modell fährt sich agiler, lenkt präziser und schlängelt sich bei unserem Test flotter durch die Pylonengasse. Beim abrupten Umfahren eines Hindernisses bei Landstraßentempo zeigt sich zudem ein Sicherheitsgewinn: Der Astra bleibt selbst bei diesem Extremtest stabil und ist nicht aus der Ruhe zu bringen.


Stärken

  sehr sicheres und agiles Fahrverhalten
  sparsamer Motor
  gute Sitze
  innovative Scheinwerfer


Schwächen

  kein sechster Gang
  mäßige Übersichtlichkeit
  zerklüfteter Gepäckraum mit großer Stufe bei umgelegten Sitzen

Zum ausführlichen Test (pdf) des Opel Astra 1.0 DI Turbo ecoFlex mit allen Details.


Text: Jochen Wieler

(Stand: 2.10.2015)


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