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Verkehrsstrafen im Ausland: Unsere Tipps

parkverbot

Parkverstöße und andere Verkehrssünden im Ausland können teuer werden. Wir geben Tipps, wie Sie mit Bußgeldbescheiden umgehen und wann Sie nicht zahlen müssen.


Grundsätzlich können Bußgelder für Parkverstöße und andere Verkehrssünden im Ausland auch in Deutschland eingetrieben werden. Seit 2010 gibt es ein EU-weites Vollstreckungshilfe-abkommen. Dabei geht es zwar um Bußgelder ab 70 Euro, aber da die Gebühren und Verfahrenskosten mitzählen, können Autofahrer auch für geringere Summen zur Kasse gebeten werden. 


ADAC Jurist Michael Nissen rät, möglichst schnell zu bezahlen, wenn der Verstoß tatsächlich begangen wurde. Wer zu lange wartet, muss damit rechnen, dass Gebühren und Aufschläge dazukommen. In Italien verdoppeln sich Bußgelder zum Beispiel nach 60 Tagen, in den Niederlanden innerhalb von acht Wochen.


Länderübergreifende Kooperation

Umgekehrt gibt es manchmal Rabatte, wenn umgehend überwiesen wird. In Italien sind es 30 Prozent, wenn das Bußgeld innerhalb von fünf Tagen beglichen wird, in Spanien 50 Prozent bei Zahlung innerhalb von 20 Tagen. Reagiert der Betroffene nicht, kann ein EU-Land das andere bitten, die Summe zu vollstrecken. Das Bußgeld behält das Land, das kassiert. In Deutschland ist das Bundesamt für Justiz zuständig. 


"Nicht alle Länder vollstrecken konsequent", weiß Nissen. Die Niederlande aber sind beispielsweise sehr rigoros beim Eintreiben von Knöllchen. Auch in Italien verhängte Geldbußen ab 70 Euro können jetzt in Deutschland zwangsweise eingetrieben werden: Am 27. März trat das entsprechende italienische Gesetz in Kraft.


Halter muss haften

Bevor das Bundesamt für Justiz einen Vollstreckungsbescheid verschickt, prüft es, ob die Voraussetzungen erfüllt sind: Hat der Beschuldigte "rechtliches Gehör" bekommen, also verstanden, was ihm vorgeworfen wird und wie er sich wehren kann? Das ist bei fremdsprachigen Bescheiden oft nicht der Fall. Das heißt, Länder, die ihre Bescheide in der eigenen Sprache verschicken, haben wenig Chancen. 


Bei der Vollstreckung spielt auch die "Halterhaftung" eine Rolle. In Italien, Österreich, Frankreich und den Niederlanden wird zum Beispiel der Halter eines Autos zur Rechenschaft gezogen - egal, ob er gefahren ist oder nicht. In Deutschland ist nur der Fahrer verantwortlich. Kann der Halter belegen, dass zum Zeitpunkt des Verstoßes ein anderer mit dem Pkw unterwegs war, wird das Bundesamt für Justiz die Geldbuße nicht einfordern.


Bei falschem Vorwurf: Einspruch einlegen!

In Nicht-EU-Ländern hat die Behörde keinen Zugriff auf Verkehrssünder aus Deutschland. Das ist aber kein Freifahrtschein. Auch wenn die Strafe hier nicht vollstreckt werden kann - im Ausland wird sie gespeichert und kann beim nächsten Besuch dort eingetrieben werden. Das gilt ebenso für nicht bezahlte Knöllchen aus der EU. Hier trifft es vor allem diejenigen empfindlich, die diverse Mahnungen im Briefkasten ignoriert haben, denn die Buße dürfte inzwischen mehrfach angehoben worden sein. 


Was aber, wenn sich der Betroffene keiner Schuld bewusst ist? Hat der Autofahrer nicht mit dem Handy am Ohr telefoniert, ist er nicht bei Rot über die Ampel gefahren oder hat er nie ein Knöllchen am Fahrzeug vorgefunden. Hier rät unser Jurist: "Stimmt der Vorwurf nicht, sollten Sie Einspruch einlegen – am besten mit einem ADAC Vertrauensanwalt im jeweiligen Land."


Das zahlen Sie für Verkehrsverstöße im Ausland:

Das kosten Verkehrssünden im Ausland  

(Klicken Sie auf die Grafik, um sie zu vergrößern)


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