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Ambulanzflug mit Herz-Lungen-Maschine

14.06.2016

Unser Flugzeug im Einsatz

Zum ersten Mal in der über 40-jährigen Geschichte der ADAC Ambulanzflüge ist es Ärzten im Februar 2016 gelungen, einen Patienten mithilfe einer mobilen Herz-Lungen-Maschine aus dem Ausland in eine Klinik in Deutschland zu verlegen – inklusive Blutwäsche an Bord. Der in Mexiko erkrankte 43-Jährige wäre sonst an einer schweren Lungenentzündung gestorben. 

 

Das Ärzteteam des Universitätsklinikums Erlangen versorgte den Mann auf dem 21-stündigen Ambulanzflug mit einem sogenannten ECMO-System (extrakorporale Membranoxygenierung), einer Art künstlichen Lunge. Die mobile Herz-Lungen-Maschine war ununterbrochen im Einsatz, von der Intensivstation im mexikanischen Cancun bis zur Intensivstation in Erlangen.


Der Krankentransport auf dem Rollfeld im mexikanischen Cancun 


"Zudem musste bei dem Patienten aufgrund eines Nierenversagens kontinuierlich eine Blutwäsche erfolgen. Beides zusammen, das gab's noch nie in der Flugambulanz", sagt Oberarzt Dr. Michael Meyer, leitender Flugarzt des ADAC Ambulanzdienstes. Der aus Vaterstetten in Oberbayern stammende Patient befindet sich heute in Reha. Ihm geht es den Umständen entsprechend gut.


4700 nach Hause geflogene Patienten im Jahr 2015

Der ADAC Ambulanzdienst in München betreute 2015 weltweit rund 53.700 kranke oder verletzte Urlauber. Für rund 14.000 davon musste ein Krankenrücktransport initiiert werden – 3300 wurden per Linienmaschine nach Deutschland geholt und 1400 in einem der vier ADAC-Ambulanzflugzeuge, die der Automobilclub in Nürnberg betreibt. 


Krankenrücktransporte per Flugzeug 

(Klicken Sie auf die Grafik, um Sie zu vergrößern.)


Hauptursachen für die Krankenrücktransporte per Flugzeug sind in rund 70 Prozent der Fälle Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle und Hirnblutungen. 15 Prozent gehen auf Unfälle zurück, meist auf Verkehrs- und Sportunfälle.


Was Spezialflüge kosten

Grundsätzlich gilt: je länger der Flug ist, desto teurer ist er auch. Je nach Maschinentyp kostet ein ADAC-Ambulanz-Sonderflug von zum Beispiel Ägypten oder den Kanarischen Inseln nach Deutschland bis zu 45.000 Euro. Ein Intensivtransport aus Mexiko etwa kann bis zu 70.000 Euro kosten. Und für Flüge aus Asien oder Australien kommen schnell bis zu 130.000 Euro zusammen. 


Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen diese Kosten nicht. Wer also keinen zusätzlichen Auslandskrankenschutz abgeschlossen hat, riskiert im schlimmsten Fall den finanziellen Ruin. Deshalb raten sämtliche Verbraucherschützer, ja sogar die gesetzlichen Krankenkassen selbst, bei Auslandsreisen auf jeden Fall einen Auslandskrankenschutz abzuschließen. Den gibt es für die ganze Familie schon für rund 20 Euro im Jahr.


(Stand 21.4.2016)


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