DruckenPDF

Eine ganz harte Nuss

Der kleine Bakir verschluckt sich in Georgien an einer Nuss. Lebensgefahr! Doch er wird gerettet, weil ihn der ADAC zur OP zurück nach Deutschland fliegt.


"Wir waren sicher, dass unser Kind stirbt", sagt Sofia Yilmaz. Die Geschichte nimmt ihren Anfang in einer Kleinstadt in Georgien. Abascha, 6500 Einwohner, etwa 500 Kilometer von der Hauptstadt Tiflis entfernt. Hier ist Sofia Yilmaz, 33, aus Schmallenberg-Oberkirchen im Sauerland mit ihren drei Kindern, darunter der fast zweijährige Bakir, auf Familienbesuch. Dann passiert es: Der kleine Bakir ist hungrig, will von den Nüssen probieren, die seine Geschwister essen. 


"Er verschluckte eine Nuss und musste husten. Da habe ich noch an nichts Schlimmes gedacht", erzählt seine Mutter. Doch dann merkt sie, dass der Kleine keine Luft mehr bekommt. Voller Sorge packen sie ihn ins Auto und fahren zu einem ärztlichen Versorgungszentrum. Doch statt medizinischem Gerät gab es dort "ein Bett und einen überforderten Arzt", erinnert sich Sofia Yilmaz. 


Die Betreuer entscheiden, den Jungen in ein Krankenhaus in der Stadt Kutaissi zu verlegen. Die Ärzte in Kutaissi versuchen zweimal mit dem Endoskop, die Nussstückchen aus der Luftröhre und aus den Bronchien zu entfernen. Mit geringem Erfolg: Luft bekommt das Kind noch immer nicht ausreichend.


Gegen 20.30 Uhr tritt Agnieszka Mackowska in der Münchner ADAC Zentrale ihre Nachtschicht an. In Georgien ist es jetzt 22.30 Uhr, und in ihrer Verzweiflung geht Sofia Yilmaz alle Möglichkeiten durch. "Plötzlich fiel mir die ADAC Versicherung ein, da habe ich sofort in München angerufen." Am anderen Ende meldet sich Agnieszka Mackowska: "Erst einmal musste ich die völlig aufgelöste Mutter beruhigen." Das Problem: In Kutaissi kann keiner mehr dem Kind helfen, doch in Tiflis lehnt die Uniklinik die Aufnahme wegen mangelnder Kapazität ab. 


Mackowska klärt auf Russisch mit Medizinern vor Ort, ob das Kind transportfähig ist. Gemeinsam mit ihrem Team organisiert sie, dass der Kleine gleich am nächsten Morgen nach Deutschland verlegt werden kann. "Dass ein Flugzeug in Kutaissi landen würde, um mein Kind zu retten, hielt ich erst für einen Witz", sagt die Mutter. 


In Deutschland wird Bakir in einem Klinikum in Wiesbaden operiert, das auf Thorax(Brust)-Chirurgie spezialisiert ist. "Die Luftröhre des Jungen war völlig zerfetzt", sagt Prof. Dr. Joachim Schirren, Chefarzt der Thorax-Abteilung. Drei Stunden brauchen er und sein Ärzteteam, bis sie den Eltern eine positive Nachricht überbringen können. 


Bakir interessiert die medizinische Meisterleistung herzlich wenig. Er ist aufgeweckt und quietschfidel. Sein Lachen ist für die Eltern das größte Glück und für seine Retter der größte Dank.


Text: Katja Fastrich


Der Krankenrücktransport ist eine Leistung der ADAC Plus-Mitgliedschaft und des ADAC Auslands-Krankenschutzes.


– Reise & Freizeit –

Ihre Route in ADAC Maps

Ermitteln Sie Tankstellen und Raststätten entlang Ihrer Route oder zu Ihrem Reiseziel mit vielen nützlichen Informationen. Mehr




Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität