DruckenPDF

Ablenkung am Steuer: Rechtliche Folgen

10.08.2016

Ablenkung am Steuer kann gravierende Folgen nach sich ziehen.

Während des Autofahrens mit dem Handy zu telefonieren kann teuer werden.

Wenn das Fahren zur Nebensache wird: Scheinbar ungefährliche Tätigkeiten können am Steuer gravierende Folgen nach sich ziehen. Wir klären über die rechtlichen Konsequenzen von Unachtsamkeit im Verkehr auf.


Bei rund jedem zehnten Autounfall, bei dem Personen zu Schaden kommen, ist eine vermeintlich harmlose Nebentätigkeit des Fahrers die Ursache. Inzwischen gibt es ähnlich viele Unfälle wegen Ablenkung am Steuer wie wegen Alkohol. Vor allem Smartphones lenken Autofahrer vom Verkehrsgeschehen ab. 


Rechtliche Folgen der Unachtsamkeit

Das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung oder eine sonstige Nutzung des Mobiltelefons, bei der es in die Hand genommen wird, sind ausdrücklich verboten. Den Fahrer erwartet ein Punkt in Flensburg sowie eine Geldbuße von 60 Euro, falls er sich nicht daran hält. Wer als Radfahrer das Mobiltelefon verbotswidrig nutzt, muss 25 Euro Verwarnungsgeld zahlen.


Auch wer eine rote Ampel übersieht, wird zur Kasse gebeten - unabhängig vom Verkehrsmittel. Fußgänger müssen ein Verwarnungsgeld von 5 bis 10 Euro zahlen und Radfahrern droht ein Bußgeld von mindestens 60 Euro sowie ein Punkt. 


Autofahrer werden strenger bestraft: Sie müssen mindestens 90 Euro Bußgeld zahlen und kassieren einen Punkt. Hierbei ist auch entscheidend, wie lange die Ampel beim Überfahren der Haltelinie rot war: Leuchtete sie länger als eine Sekunde rot, dann handelt es sich um einen sogenannten qualifizierten Rotlichtverstoß. Das wird mit zwei Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot geahndet - zusätzlich zum höheren Bußgeld von 200 Euro. 


Auch Verkehrsteilnehmer, die laute Musik hören, werden bestraft, falls die Musik sie vom Geschehen auf der Straße ablenkt: Der Betroffene muss mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 10 Euro rechnen. Für Fußgänger gibt es dazu kein ausdrückliches Verbot.


Wegfall des Versicherungsschutzes

Bei einem Unfall, der wegen Ablenkung entstanden ist, kann die Kaskoversicherung die Schadensregulierung des Versicherten ablehnen. Entscheidend ist, ob der Fahrer grob fahrlässig gehandelt hat - dazu müsste er seine Sorgfaltspflicht in hohem Maße verletzt haben.

 

Daher empfehlen wir, in der Kfz-Kaskoversicherung einen Tarif abzuschließen, bei dem auf den sogenannten Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet wird. Diese Vertragsklausel sorgt für eine Entschädigung in voller Höhe - unabhängig davon, wie unachtsam der Unfallverursacher war. 


Zudem raten wir Fahrradfahrern und Fußgängern zum Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung, um nicht für Schäden Dritter aufkommen zu müssen.



Hinweis


War dieser Artikel für Sie hilfreich?
28 von 31 Nutzern fanden diesen Artikel hilfreich

Zwei Klicks für mehr Datenschutz
Bitte aktivieren Sie die Buttons, bevor Sie Ihre Empfehlung an Facebook, Twitter oder Google+ senden.
Hinweis: Durch Aktivieren der Buttons werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google+ ins Ausland übertragen.
Details zum Datenschutz bei Nutzung der Gefällt-Mir-Buttons

– Reise & Freizeit –

Ihre Route in ADAC Maps

Ermitteln Sie Tankstellen und Raststätten entlang Ihrer Route oder zu Ihrem Reiseziel mit vielen nützlichen Informationen. Mehr




Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität