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Verliebt in einen Engel

Es begann mit einer Reifenpanne: ADAC Straßenwachtfahrer Marc Stolz trifft bei einem Einsatz die Liebe seines Lebens. Im Motorwelt-Interview erzählen der 33-Jährige und seine Frau Sylvia ihre Geschichte.

Wie und wo haben Sie sich kennengelernt?

Sylvia Stolz: Das war vor sechs Jahren. Ich fuhr gerade mit dem Auto von der Arbeit auf der A1 bei Köln nach Hause, als plötzlich ein Reifen platzte. Ich hab’s gerade noch auf den Standstreifen geschafft, das Warndreieck aufgestellt und den ADAC gerufen.
Marc Stolz: Unser Disponent hat mir dann genau diese Panne zugeteilt, was mich ziemlich geärgert hat. Meistens fahre ich in der Kölner Innenstadt und eher selten auf der Autobahn.

Wie war Ihre Reaktion, als Sie sich zum ersten Mal sahen?

Marc: Ich dachte mir sofort: Die sieht nicht schlecht aus.
Sylvia (lacht und verdreht die Augen): Männer! Ich war anfangs nicht so begeistert von ihm. Bevor er überhaupt irgendwas sagte, hat er erst mal das Warndreieck einen gefühlten Kilometer weiter weggestellt und anschließend über meinen tiefer gelegten Ford Focus gemotzt.
Marc: Ja, weil ich bei diesen Autos schlecht den Wagenheber ansetzen kann.
Sylvia: Genau, und dann meinte er, ich solle das Auto mit bloßen Händen leicht hochheben. Wie soll ich das bitte schön machen?
Marc (grinst): Hat doch geklappt.
Sylvia: Auf jeden Fall fand ich ihn anfangs arrogant.

Trotzdem haben Sie sich wiedergesehen.
Wie kam es dazu?
Marc: Ich mochte ihre freche Art. Bei uns in Köln sagen wir dazu: Die hat ne Schnüss am Kopp. Ein paar Stunden später schrieb ich ihr eine SMS und fragte, ob sie gut nach Hause gekommen ist. Das gehört zum ADAC Service.
Sylvia: Das fand ich total lieb. Habe mir aber nichts dabei gedacht. Erst als er mich fragte, ob wir was zusammen trinken gehen, war mir klar, dass das mehr ist als der übliche Pannenservice.

Wann hat es endlich gefunkt?

Marc: Bei mir gleich beim zweiten Treffen. Ich fand sie nett und konnte mir sofort eine ernsthafte Beziehung mit ihr vorstellen.
Sylvia: Ich habe ein paar Tage länger gebraucht, dann hat er sich mit seinem Charme aber schnell in mein Herz geschlichen. Ein halbes Jahr später zog er bereits zu mir in die Wohnung.

Dabei ist es nicht geblieben. Am 6.6.2012 haben Sie geheiratet. Wer hat den Antrag gemacht?
Marc: Das war ich. Ganz traditionell habe ich zuerst bei Sylvias Vater um ihre Hand angehalten und sie dann an ihrem 32. Geburtstag im Februar 2011 vor der Familie und unseren besten Freunden gefragt.
Sylvia: Er ist auf die Knie gefalen, und seine Stimme hat gezittert. Ich wollte eigentlich nie heiraten, aber in dem Moment ist mir das „Ja“ so selbstverständlich über die Lippen gekommen, dass ich wusste: Es ist die richtige Entscheidung.

Wie war die Hochzeit?

Marc: Wir haben standesamtlich im Alten Kölner Rathaus geheiratet. Als wir dann von der Trauung kamen, warteten draußen schon elf Straßenwachtkollegen auf uns.
Sylvia: Das war etwas ganz Besonderes. Marc hat so gestrahlt, als er alle mit ihren gelben Autos gesehen hat. Die haben gehupt wie die Wilden. Das war so laut, dass unsere Blumenmädchen vor Schreck vergessen haben zu streuen.

Wie geht es jetzt weiter?

Marc: Wir sind gerade dabei, ein Haus zu bauen. Ende des Jahres wollen wir einziehen.
Sylvia: So ein Hausbau ist ganz schön belastend für eine Beziehung, aber jetzt sind wir bald fertig und lieben uns immer noch.

Was lieben Sie am meisten an Ihrem Mann?
Sylvia: Ich kann mich 100-prozentig auf ihn verlassen. Er hilft mir im Haushalt, geht morgens mit dem Hund raus, wenn ich mal länger schlafen will, putzt und repariert das Auto ...
Marc (lacht): Also, eigentlich ein Traummann.

Glauben Sie an Schicksal?

Sylvia: Es ist schon ein Wahnsinnszufall gewesen, dass wir uns damals getroffen haben. Eigentlich fährt er im Dienst nur selten auf der Autobahn.
Marc: Ich bin dem Disponenten vom ADAC bis heute dankbar, dass er mich zu diesem Panneneinsatz geschickt hat.

Interview: Verena Gaspar






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