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ADAC: Todesfalle entschärfen!

Jährlich 40 Tote und 400 Schwerverletzte: Der Horrorcrash mit einem Lkw ist für Pkw eine der gefährlichsten Fallen im Straßenverkehr. Der ADAC stellt im Straßburger EU-Parlament ein erprobtes und günstiges System vor, das solche Auffahrunfälle entschärft. 



Das Unterfahren eines Lastwagen-Hecks gehört tatsächlich zu den gefährlichsten Situationen für Pkw-Insassen – laut ADAC Unfallforschung sterben in Deutschland jährlich 40 Menschen, 400 werden schwer verletzt. Um diese Zahl zu reduzieren wurde 2006 von der EU für Lkw ein neuer Unterfahrschutz gesetzlich vorgeschrieben. 


Aber: Auch diese Vorrichtung ist völlig nutzlos, wie der ADAC in einem Crashtest nachwies. Jetzt soll die Grundlage der EU-Richtlinie (UN/ECE Verordnung 58) überarbeitet werden. Aus diesem Grund hat ADAC Vizepräsident Thomas Burkhardt Abgeordneten des EU-Parlaments in Straßburg eine wirkungsvolle Konstruktion vorgestellt. Für eine zusätzliche Investition von gerade einmal 100 Euro pro Fahrzeug könnte die Todesfalle Lkw-Heck entschärft werden.


Im ADAC Crashtest hatte sich gezeigt, dass die derzeit vorgeschriebenen Systeme beim Aufprall schlicht und einfach wegbrechen: Das Lkw-Heck wird zur Todesfalle. Die Verbindung des Systems zum Lkw-Rahmen ist zu schwach, der Pkw rutscht weit unter den Lastwagen, die Bordwand des Lkw drückt die Airbags herunter – sie können ihre Schutzwirkung nicht entfalten. Die Fahrgastzelle wird bis zu den hinteren Türen komplett zerstört. Die Insassen haben keine Chance. Beim zweiten Crashtest mit der vom ADAC verbesserten Vorrichtung geht der simulierte Unfall deutlich glimpflicher aus.


Der durch Schrägstreben stabilisierte Unterfahrschutz fängt die Wucht des Aufpralls ab – die Knautschzone des Pkw wird ihrer Aufgabe gerecht. Der Wagen rutscht nicht unter den Lkw und die Airbags können die Insassen schützen. Die Bordwand des Lastwagens berührt die Fahrgastzelle nicht. Die Verletzungen wären – wenn überhaupt vorhanden – nicht lebensbedrohlich. Kosten für die Optimierung: etwa 100 Euro pro Lkw. 


Laut ADAC müsste folgendes in der neuen UN/ECE Verordnung sowie im Nachgang in der EU-Richtlinie geändert werden: 


  • Die statischen Prüflasten für die Zulassung von Unterfahrschutz-Systemen sollten deutlich erhöht und an drei Punkten aufgebracht werden.
  • Die zulässige Montierhöhe müsste auf 550 bis 450 Millimeter reduziert werden.
  • Das System müsste sehr viel näher an der Bordwand des LKW angebracht sein.

Hier finden Sie den ausführlichen Lkw-Unterfahrschutz-Test.

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