DruckenPDF

Viel Risiko für ein paar Sekunden Zeitgewinn

Überholmanöver sparen meist weniger Zeit als man glaubt. Bei einer Untersuchung des ADAC wurden auf sechs Landstraßen je zwei Testfahrer – ein konsequenter Überholer und ein defensiver Fahrer – auf die Strecke geschickt. Das Ergebnis der Vergleichsfahrten (unter Einhaltung aller Verkehrsregeln): Der Überholer war auf den rund 20 Kilometer langen Strecken knapp eineinhalb Minuten schneller.

 

Wenn es keine sichere Überholsituation gab oder überholte Fahrzeuge wenig später abbogen, erreichten beide Piloten trotz unterschiedlicher Strategie gemeinsam das Ziel. Nur selten wurde ein größerer Zeitvorteil als zwei Minuten erzielt.

 

Fazit: Unter günstigen Umständen und bei normalem Verkehr lassen sich – wenn konsequent alle Fahrzeuge überholt werden – durchschnittlich zehn Prozent Zeit einsparen. Diese Fahrweise erfordert permanent höchste Aufmerksamkeit und verleitet zudem massiv zum Überschreiten des Tempolimits - wodurch sich das Unfallrisiko erhöht.

 

Nach dem Abkommen von der Fahrbahn ist Überholen die zweite wesentliche Ursache für sehr schwere Landstraßenunfälle. Nach Schätzungen des ADAC sind bis zu 400 Verkehrstote jährlich die Folge. Gefährliche Situationen entstehen, wenn die Geschwindigkeit des Gegenverkehrs falsch eingeschätzt wird, wenn trotz unzureichender Sicht überholt wird, wenn zum Überholen angesetzt wird, obwohl gerade Gegenverkehr vorbeifährt oder wenn ein Fahrer aufgrund überhöhter Geschwindigkeit während des Überholmanövers die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert.

 

Um zum Beispiel einen Lkw sicher überholen zu können, sind circa 500 bis 600 Meter freie Sicht notwendig, für einen Traktor 300 Meter.

 

Weitere Tipps zum sicheren Überholen finden Sie hier.



Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität