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Rumpel-Republik Deutschland

Der harte Winter und zahlreiche Temperaturschwankungen rund um den Gefrierpunkt haben den Straßen in Deutschland so stark zugesetzt selten zuvor. Jede zweite Straße in den Innenstädten ist beschädigt. Beim Ausbessern der Schlaglöcher vertrauen die Behörden auf Althergebrachtes. Dabei ließen sich mit moderner Technik Kosten sparen.

 

Wenn im Frühjahr der letzte Nachtfrost vorüber ist und die Temperaturen langsam steigen, stopfen viele deutsche Kommunen die Löcher in ihren Straßen nach Altväter-Sitte. Hier noch ein Asphalt-Flickn, dort noch ein Asphalt-Flicken. Am Ende werden die Ränder der reparierten Piste noch notdürftig abgedichtet. Rund 70 Euro kostet das Verschließen eines tellergroßen Schlaglochs mit Reparatur-Asphalt. Deutschlandweit benötigten Städte und Gemeinden laut ADAC drei Milliarden Euro, um die diesjährigen Winterschäden auf ihren Straßen halbwegs zu beheben.

 

Günstigere Lösungen sind bereits machbar, doch sie können sich oftmals bei der Vergabe von Reparaturaufträgen durch die Behörden nicht durchsetzen. Wie zum Beispiel das Asphalt-Recycling der Hamburger Firma Storimpex Asphaltec. „Das Geld liegt auf der Straße“, meint deren Geschäftsführer Gerhard Riebesehl. Die Entwicklung der Hamburger basiert auf einem bestechenden Gedanken: Der Asphalt wird zu fast 100 Prozent wiederverwendet. Dabei wird nicht nur das Material in den unteren Schichten, wie teils schon praktiziert, sondern auch in der obersten Deckschicht recycelt. Möglich macht dies ein neuartiger Wachs-Öl-Zusatz, der dem sorgsam abgefrästen Alt-Asphalt beim Erhitzen beigemischt wird. Ergebnis: ein regenerierter Belag, der so stabil und flexibel ist wie ein neuer, aber 30 Prozent billiger. „Und mit vier Jahren Garantie“, betont Riebesehl.

 

Kosten sparen durch längere Haltbarkeit: Mit dieser Idee beschäftigt sich Prof. Hartmut Beckedahl von der Uni Wuppertal seit Jahren. Er versetzt das im Asphalt enthaltene Bitumen mit einem Bindemittel aus Kunststoffen (Polymeren).  Effekt: Der Asphalt ist robuster und trotzdem flexibler als herkömmliches Material. Das beugt den verhängnisvollen Alterungs-Rissen vor. Beckedahl beziffert die Mehrkosten auf zehn Prozent und verweist auf eine Pilotstrecke in Wuppertal: Eine nach seiner Rezeptur gebaute Busspur ist nach sechs Jahren noch immer einwandfrei, eine Vergleichsspur aus herkömmlichem Asphalt musste bereits nach drei Jahren erneuert werden.


 

Doch selbst wenn Risse an der Oberfläche entstehen, muss eindringendes Wasser den Straßen-Unterbau nicht zwingend zerstören. Mit kleinsten Partikeln aus der Nanotechnologie lässt sich das Schotter-Zement-Gemisch in der Tiefe resistent gegen Wasser und Frostschäden machen, fand das Münchner Unternehmen Nanosky heraus. Die Firma hat ein Additiv entwickelt, das mit Nanoteilchen, ungiftigen Polymeren und Naturlatex in kleinste Hohlräume kriecht und somit Wasser aus dem Unterbau raushält. Bei einer Tiefensanierung kann das alte Material kostensparend wiederverwertet werden. Außerdem lässt sich bei einem Neubau einfach der vor Ort liegende natürliche Boden zu einer widerstandsfähigen Unterschicht aufbereiten.



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