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Einreiseverbot für Krokodile

Seltene Muscheln am Strand gesammelt, Teppich nicht verzollt oder Schmuck aus Elfenbein mitgebracht: Wir erklären, wie Sie bei Reisesouvenirs nicht in die Falle tappen.


Entwicklungsminister Niebel ist wegen eines unverzollten Teppichs in Bedrängnis geraten. Wer sich vor ähnlichen Problemen schützen will, sollte besser schon vor der Reise über geltendes Recht Bescheid wissen. So verzichtet man besser ganz auf Souvenirs aus exotischen Tieren: Denn nicht nur ausgestopfte Krokodile können bei der Einreise nach Deutschland Ärger am Zoll verursachen, sondern auch Muscheln, Korallen oder Schneckengehäuse. Manche Pflanzen- oder Tierpräparate sind geschützt und dürfen auf keinen Fall aus dem Ursprungsland ausgeführt werden. Wer mit Erzeugnissen aus geschützten Tieren erwischt wird, muss mit hohen Geldbußen oder sogar einer Haftstrafe rechnen.


Ebenso vorsichtig sollten Touristen beim Kauf von vermeintlichen Schnäppchen sein. Viele Markenprodukte wie Handtaschen, Sonnenbrillen oder T-Shirts werden im Ausland gefälscht und billig angeboten. Die Einfuhr dieser Fälschungen ist strafbar und wird mit hohen Geldbußen bestraft. Zeigt sich der Zoll bei Waren für den Eigenbedarf noch oft kulant, kann es beim Mitbringen größerer Mengen – und das können bereits mehrere Paar Turnschuhe sein – ziemlich teuer werden.


Nicht zu unterschätzen ist auch das Risiko, wenn man mitgebrachte Original-Luxus-Güter beim Zoll verschweigt: So musste Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn 125.000 Euro Strafe zahlen, weil er seine 6600 Euro teuren "Mitbringsel" nach einem Dubai-Trip nicht ordnungsgemäß anmeldete.


Aber auch bei der Ausreise aus dem Urlaubsland kann es am Zoll Ärger geben. Gerade bei Antiquitäten und kulturhistorischem Material ist Vorsicht geboten. Hier weichen innerhalb Europas die Ausfuhrbestimmungen voneinander ab. In Polen etwa dürfen keine alten Bücher, Kunstgegenstände und Gemälde, die aus der Zeit vor 1945 stammen, ohne Genehmigung der Behörden ausgeführt werden. Die Türkei und Griechenland sind rigoros, wenn es um den Schutz von Kulturgütern geht: Erwerb, Besitz und Ausfuhr von Antiquitäten können mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren geahndet werden. Was viele Urlauber nicht wissen: Das Ausfuhrverbot gilt in der Türkei auch für lediglich alt aussehende Gegenstände, Fossilien, Münzen und behauene Steine. 


Fernreisende sollten noch umfangreicher vorsorgen. Wasserentkeimungstabletten sowie Mittel gegen Magen-Darm-Verstimmungen und Insektenschutzmittel sind sinnvolle Ergänzungen. In bestimmte Reiseländer sollten sogar sterile Einmalspritzen und Injektionsnadeln mitgenommen werden.


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