DruckenPDF

Mehr Transparenz auf dem Kraftstoffmarkt


Mehr Markttransparenz stärkt den Wettbewerb. Und: Viele Autofahrer vergleichen die Preise vor dem Tanken nicht, wie eine ADAC Studie zeigt.


Der ADAC fordert das Bundeskartellamt auf, konsequent und verschärft gegen die Behinderungen freier Kraftstoffanbieter durch große Markenanbieter auf den Raffineriemärkten vorzugehen. Denn: Großkonzerne verkaufen ihren Treibstoff ab Raffinerie häufig zu überhöhten Preisen an freie Anbieter. So können freie Tankstellen keine deutlich günstigeren Preise bieten.


"Die Benachteiligung freier Tankstellen muss ein Ende haben", so ADAC Präsident Peter Meyer anlässlich der Vorstellung einer vom Automobilclub beim Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie in Auftrag gegebenen Studie zum Kraftstoffmarkt. "Wie sonst sollen die Freien ihrer Rolle auf dem Markt gerecht werden und den Autofahrern Kraftstoff zu niedrigeren Preisen anbieten?", so Meyer weiter.


Auch die Autofahrer könnten laut ADAC den Preiswettbewerb viel stärker zu ihren Gunsten beeinflussen. Wie eine im Rahmen der Studie durchgeführte repräsentative Befragung ergab, vergleichen 41 Prozent der Autofahrer nie oder nur selten die Kraftstoffpreise vor dem Tanken. Rund 43 Prozent tanken erst dann, wenn der Tank leer ist, und 40 Prozent steuern sogar immer dieselbe Tankstelle an. 


"Die Preise steigen und sinken mehrfach am Tag um bis zu 10 Cent. Wer clever tankt, kann so pro Tankfüllung einige Euro einsparen und gleichzeitig Druck auf die teuren Tankstellen ausüben: Wenn mehr Autofahrer stets bei günstigen Gelegenheiten tanken oder häufiger freie Tankstellen anfahren, würde das den Wettbewerb stärker ankurbeln", sagt Meyer.


Damit sich die Autofahrer laufend über aktuelle Preisbewegungen an den Tankstellen informieren können, fordert der Club zudem den gezielten Ausbau der Online-Preisinformationssysteme. "Auch die von der Bundesregierung beschlossene Markttransparenzstelle sollte in erster Linie dem Zweck dienen, den Autofahrer über die Preise in seiner Umgebung zu informieren. Wenn dies zudem die Position des Kartellamtes bei der Verfolgung von Wettbewerbsmissbräuchen stärkt, dann ist das zu begrüßen", so ADAC Präsident Meyer.

Preisregulierungs-Modelle wie in Österreich oder Australien lehnt der ADAC ab. So konnte auch die jetzt vorgelegte Studie durch diese Modelle zwar eine Reduzierung der Preisbewegungen feststellen, aber keine positive Wirkung auf das Preisniveau. Vielmehr bestehe die Gefahr von Preissteigerungen zuungunsten der Verbraucher als direkte Folge der Regulierung.


Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität