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Sicherheit durch Action

Beim ADAC Junge Fahrer-Training für Fahranfänger von 17 bis 25 Jahren ist Action angesagt: Auf dem Stundenplan stehen zum Beispiel Vollbremsung, Schleudern und Gegenlenken, also all das, was man in der Fahrschule nicht ausprobieren konnte. 


Der blaue Citroen beschleunigt auf gerader Strecke, als plötzlich das Heck ausbricht und der Wagen zur Seite gerissen wird. Obwohl Helene versucht gegenzulenken, dreht sich das Auto auf der nassen Fahrbahn zweimal um die eigene Achse, bis es schließlich mit quietschenden Reifen zum Stehen kommt. "Lenkrad gerade halten, Helene!", tönt die Stimme des Trainers durch das Funkgerät. Uwe Frömert steht auf einer erhöhten Plattform in der Mitte der Trainingsanlage und gibt Kommandos. Sein Kurs übt gerade das Stabilisieren. Die Autos werden mithilfe einer beweglichen Platte ins Schleudern gebracht und die Teilnehmer sollen das Fahrzeug dann durch richtiges Gegenlenken abfangen.


Was im Straßenverkehr für einen schlimmen Unfall sorgen würde, kann hier im Fahrsicherheitszentrum Augsburg gefahrlos ausprobiert werden. Auf verschiedenen Parcours lernen die Teilnehmer in einem achtstündigen Kurs zum Beispiel das schnelle Ausweichen auf nasser Fahrbahn, die Vollbremsung oder das Befahren von engen Kurven. Alles Dinge, die in der Fahrschule nicht auf dem Stundenplan stehen. Der ADAC bietet dieses Training bundesweit auf rund 40 Anlagen an. Das Junge Fahrer-Training ist speziell auf junge Leute zwischen 17 und 25 Jahren abgestimmt, die seit etwa einem halben Jahr den Führerschein besitzen. Trainiert wird mit dem eigenen Auto in einer Gruppe von maximal zwölf Teilnehmern.



"Wir haben jetzt zwei Ausweichmanöver gegenüber gestellt, einmal nur mit Lenken und dann mit Lenken und Bremsen. Was habt ihr für Erkenntnisse gewonnen?" fragt Uwe Frömert in die Runde. Sein Kurs hat sich zu einer kurzen Besprechung versammelt. Die Aufgabe war, auf nasser Fahrbahn einem Hindernis in Form einer Wasserfontäne auszuweichen und gleichzeitig zu bremsen. Xaver, einer der Teilnehmer, ergreift das Wort: „Ich denke mal Ausweichen nur durch Lenken funktioniert nur bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit, ab dann muss man auch bremsen.“

Der Trainer nickt. "Das Problem ist, dass viele die Bremse viel zu früh wieder loslassen, sodass das Fahrzeug ausfedert. Der Fahrer fängt an zu lenken und dann bricht das Heck aus. Besser ist es, konsequent auf der Bremse stehen zu bleiben. Damit bekommt das Fahrzeug einen höheren Anrissdruck und die beiden hinteren Räder auch wieder Bodenhaftung." Als Autofahrer sollte man sich wirklich ein bisschen mit Physik auskennen.

Uwe agiert während des Trainingstages nicht wie ein Lehrer, der seinen Schülern alles vorkaut, sondern lässt die Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen machen. So kann jeder seine Grenzen austesten und aus seinen Fehlern lernen. Wenn man einmal selbst in der Kurve ins Schleudern geraten ist und sich das Auto um 180 Grad gedreht hat, wird man beim nächsten Mal langsamer fahren.

Dass dieses Training nicht nur Spaß macht, sondern das Fahrverhalten tatsächlich verbessert, zeigt eine Studie der Universität Regensburg. Danach haben Schulungsteilnehmer ein erhöhtes Risikobewusstsein und fahren somit vorausschauender. Das ist für junge Fahrer besonders wichtig, denn Anfänger verursachen ein Viertel aller Unfälle; Hauptursache: "nicht angepasste Geschwindigkeit". Allein 2011 wurden 52.225 junge Fahrer verletzt, 521 davon tödlich. 

Nach einem Tag voller Adrenalin und zahlreichen anspruchsvollen Fahrübungen trifft sich die Gruppe zu einer Feedbackrunde im Schulungsraum wieder. Allen Kursteilnehmern hat das Training sehr viel Spaß gemacht. Durch die Bank hat allen die Stabilisierungsübung mit der Schleuderplatte am besten gefallen. Tims Fazit: "War super geil."

Informationen und Buchung unter www.adac.de/fahrsicherheitstraining oder unter 0800 5 12 10 12.

Text: Magdalena Zeller


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