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„Der Mann auf dem Foto ist meine Mutter“

„Die Telegrafenstange traf mich“: Kuriose Ausreden und Erklärungsversuche von Autofahrern hat das Regierungspräsidium Kassel auf seiner Internetseite zusammengestellt.

 

Besonders beliebt bei den Rasern sind Reime: „Ich fuhr zu schnell, welch ein Schlamassel! Mein Führerschein muss jetzt nach Kassel.“ Geholfen hat diese kreative Erklärung allerdings nicht. Denn nicht nur die Schnellfahrer, sondern auch die Sachbearbeiter können dichten. Die Antwort des Sachbearbeiters ist so originell wie gnadenlos: „Es tut mir leid und fällt mir schwer, doch Klagen helfen hier nichts mehr. Ein Bußgeld hab’ ich nun erteilt, weil Sie sich haben so beeilt.“

 

Doch auch in Prosa verfasste Erklärungen sind manchmal recht umständlich formuliert. So schrieb ein Fahrer über einen Unfallhergang: "In einer Linkskurve geriet ich ins Schleudern, wobei mein Wagen einen Obststand streifte und ich - behindert durch die wild durcheinander purzelnden Bananen, Orangen und Kürbisse - nach dem Umfahren eines Briefkastens auf die andere Straßenseite geriet, dort gegen einen Baum prallte und schließlich - zusammen mit zwei parkenden PKWs - den Hang hinunter rutschte. Danach verlor ich bedauerlicherweise die Herrschaft über mein Auto."

 

Bei manch anderem ist von vornherein der Unfallgegner schuld – selbst dann, wenn dieser sich nicht vom Fleck bewegt hat. Das klingt dann so: "In hohem Tempo näherte sich mir die Telegrafenstange. Ich schlug einen Zick-Zack-Kurs ein, aber dennoch traf mich die Telegrafenstange am Kühler." Übersetzt: Die Telegrafenstange wollte es nicht anders. Sie hatte es eindeutig auf dieses Auto abgesehen.

 

Wer keine angemessene Entschuldigung findet, flüchtet sich gerne in künstlerische Fähigkeiten: Ein hessischer Verkehrssünder malte ein Männchen auf Knien, daneben das Wort „Gnade“. Ein anderer zeichnete auf den Anhörungsbogen 24 weiße Schafe – und ein schwarzes mit dem Hinweis: „Das bin ich.“

 

Absolute Höhepunkte finden sich auch in den Ermittlungsberichten der Polizisten: "Auf Vorladung erscheint der Schäferhund Bello Spitzohr. * 1.4.84 im Ffm., Beruf Beifahrer und macht nach Belehrung folgende Aussage: Wau wau, Wu Wu, Wau Wau Wau, Grrrr-Grrr. Weitere Angaben wollte er nicht machen." In einem anderen Fall wollte der Beamte seinen Ohren nicht trauen, als er vom Fahrzeughalter wissen wollte, wer die Geschwindigkeitsübertretung begangen hatte. "Obwohl auf dem Foto eine männliche Person abgebildet ist, äußerte der Betroffene: Kennen Sie meine Mutter?"


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