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Wer Diesel fährt, muss länger frieren

Die Heizung heizt, doch es bleibt kalt: Eine halbe Stunde brauchen manche Autos, um ihren Fahrern eine angenehme Temperatur bieten zu können. Besonders schlecht schnitten in den ADAC-Tests die Dieselfahrzeuge ab. Eines davon überzeugt allerdings.

 

Eine aktuelle Übersicht von Heizungs-Messwerten aus dem ADAC-Autotest zeigt, dass sich unter den Top Ten der Innenraum-Heizungen nach wie vor kaum Diesel, aber viele Ottomotoren befinden. Die Diesel  wiederum dominieren unter den  Verlierern des Heizungsvergleichs. Was nicht überrascht: Entsprechend dem Kraftstoff-Verbrennungsverfahren nutzt das Diesel-Prinzip die im Kraftstoff enthaltene Energie besser aus, was sich in den günstigeren Verbrauchswerten zeigt. Wärme als Abfallprodukt fällt hier in geringerem Umfang an.

 

So wird die Wohlfühltemperatur von 22 Grad  bei einer Außentemperatur von -10 Grad im Golf 1,6 TDI nach 17 Minuten (vorne) bzw. 20 Minuten (hinten) erreicht - Ottomotoren im Golf schaffen das 3-4 Minuten schneller.  Deutlich mehr Zeit nimmt sich der Ibiza ST 1.6 TDI, eine Kombilimousine in der Kleinwagenklasse, mit stolzen 25/30 Minuten. Viele Fahrten werden bereits beendet sein, bevor die Insassen in diesem  Modell wohlige Wärme spüren.

 

Ähnlich lange dauert es ansonsten nur bei Vans mit Dieselmotor. Der VW Sharan 2.0 TDI BlueMotion legt mit 30/31 Min. einen besonders frostigen Wert hin, ähnlich wie sein Konkurrent Peugeot 807 FAP 165. Der erwärmt zwar den Frontbereich um 3 Minuten schneller, im rückwärtigen Passagierraum dauert es aber sage und schreibe 37 Minuten. Dass ein kleinerer Innenaum nicht unbedingt Wunder wirkt, zeigt der Fiat Doblo Kombi 1,6 TD Mulitjet mit 29/32 Min. Selbst ganz kleine Modelle mit Ottomotor bieten vereinzelt  Kühlschrank-Feeling: Das smart fortwo coupe 1.0 mhd nimmt sich volle 20 Minuten Zeit - obwohl hinter Fahrer und Beifahrer nichts geheizt werden muss.

 

Ein Hersteller aus eisigen Regionen zeigt, wie mans richtig macht. Der Volvo S60 D5 Summum schafft es vorne wie hinten in 9 Minuten und ist damit der beste Diesel im aktuellen Vergleich. Zweitplatzierter Selbstzünder ist der BMW X5 xDrive 30d mit 9 bzw. 11 Minuten.  Ansonsten werden die Spitzenplätze mit Zeiten zwischen 9 und 11 Minuten vom Luxus-Segment  mit Ottomotoren bzw. Hybrid-Technik- belegt: Mercedes SLS AMG Speedshift DCT,  Mercedes E 500 Coupé Avantgarde 7G-Tronic,  Mercedes S 400 HYBRID 7G-Tronic Sport Super. Schnelle Wärme gibt’s aber nicht nur im Hochpreis-Segment, wie Mazda 3 2.0 DISI i-stop (9 bzw. 10 Minuten) und Lada Priora 1.6 (10 bzw. 12 Minuten beweisen.

 

Von minus 10 Grad auf plus 22 Grad: Eine Gesamt-Aufheizzeit  von 10 bis 12 Minuten ist, wie die Testergebnisse belegen, technisch durchaus lösbar. Unterkühlte Hersteller sollten das im Lastenheft bei der Entwicklung neuer Modelle entsprechend berücksichtigen.



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