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ADAC für billigere Ersatzteile

Ein Preisvergleich der Motorwelt zeigt: Beim Kauf von Kotflügel und Co. können Autofahrer viel Geld sparen. Damit die Kosten weiter sinken, kämpft der ADAC für einen echten Wettbewerb bei sichtbaren Ersatzteilen.


Die Preisunterschiede sind enorm: 164  Euro weniger bei einer Motorhaube und 74  Euro Ersparnis bei einem Scheinwerfer, das sind Ergebnisse einer Stichprobe der Motorwelt. Verglichen haben wir die Listenpreise der Autohersteller und die Angebote eines renommierten freien Händlers: jeweils für einen Golf VI, einen Ford Focus und einen Mazda 6. Ergebnis: Der Kunde kann kräftig sparen (siehe Tabelle, Preise in Euro, alle Angaben gerundet, inklusive Mehrwertsteuer und ohne Kosten für den Einbau).


Golf VI
Herstellerfreier Händler
Kotflügel v. re.167101
Motorhaube321157
Frontscheibe289154
Scheinwerfer rechts194120
Frontstoßfänger317122

Ford Focus
Herstellerfreier Händler
Kotflügel v. re.17067
Motorhaube330138
Frontscheibe363183
Scheinwerfer rechts19168
Frontstoßfänger30288


Mazda 6
Herstellerfreier Händler
Kotflügel v. re.178138
Motorhaube372290 + Fracht
Frontscheibe456290
Scheinwerfer rechts362217
Frontstoßfänger362nicht erhältl.


Sparen können Autofahrer allerdings nur, wenn sie überhaupt Angebote finden. Denn eigentlich haben die Autohersteller auf dem Milliardenmarkt der sichtbaren Kfz-Ersatzteile ein Monopol. Gesichert wird es durch den sogenannten Designschutz, der einen Nachbau von Originalteilen verbietet. 


Ein bisschen Wettbewerb dulden die Auto-Giganten zwar. Doch ihre Selbstverpflichtung, in der Praxis ihr Recht auf Designschutz nicht durchzusetzen, ist nicht bindend. So müssen Händler und Ersatzteilhersteller sogar befürchten, dass der Staatsanwalt Waren und Produktionsmaschinen beschlagnahmt. Daher zögern mittelständische Teileproduzenten verständlicherweise, sich stärker zu engagieren.


Das spürt der Verbraucher: Eine ADAC Untersuchung zeigt, dass die Hersteller ihr Monopol zu kräftigen Preissteigerungen nutzen. Ein VW Golf-Fahrer muss heute im Durchschnitt 40 Prozent mehr als im Jahr 2006 für Kotflügel und Co. bezahlen. Zum Vergleich: Bei mechanischen Teilen wie Bremsbelägen sind es nur zwölf Prozent mehr. Hier gibt es freien Wettbewerb. 


ADAC kämpft für mehr Wettbewerb


Deshalb kämpft der ADAC seit Jahren dafür, dass auch bei sichtbaren Ersatzteilen das Monopol der Autohersteller fällt. "Natürlich sollen die Leistungen deutscher Designer beim Autobau angemessen honoriert werden", sagt ADAC Präsident Peter Meyer, "aber wir wollen, dass der Autofahrer bei der Reparatur die Wahl hat, wenn er einen neuen Scheinwerfer oder Stoßfänger braucht."


Rückendeckung bekommt der ADAC Präsident von EU-Parlament und EU-Kommission. die mit einer Reparaturklausel sichtbare Kfz-Teile vom Designschutz ausnehmen wollen. Eine Studie des Europäischen Verbands der Versicherungswirtschaft zeigt, dass die Endkundenpreise in Ländern mit freiem Handel um zehn Prozent niedriger ausfallen als vor der Marktliberalisierung. Für deutsche Autofahrer sehen Experten sogar ein Sparpotenzial von 30 bis 40 Prozent. 


Aber Frankreich und Deutschland blockieren über den Ministerrat eine europaweite Liberalisierung. Dagegen will ADAC Präsident Peter Meyer weiter Druck machen. "Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich dem Vorschlag der EU-Kommission zuzustimmen", sagt er, "die Gewinner wären die Verbraucher."


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