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Blackbox ist unnötig

Die Blackbox aus Flugzeugen kennt jeder. Sie zeichnet Daten und Funksprüche auf, damit man im Falle eines Absturzes den Unfallhergang rekonstruieren kann. Nun sollen Blackboxen auch serienmäßig in Neuwagen eingebaut werden.


So zumindest berichten diverse Zeitungen. Doch entgegen dieser Berichterstattung hat sich der Bundestag noch nicht mit der Frage befasst, ob und unter welchen Voraussetzungen der Einbau eines Unfalldatenspeichers, der sogenannten Blackbox, in Neufahrzeugen vorgeschrieben werden soll. Vielmehr wird in Brüssel darüber diskutiert, unter welchen formalen Voraussetzungen ein solcher Rekorder zugelassen werden könnte. Der ADAC hält die verbindliche Ausrüstung aller Neufahrzeuge mit einer Blackbox, angesichts der erheblichen Kosten, für unverhältnismäßig.


Das bloße Mitführen eines Unfalldatenspeichers im Privatfahrzeug bewirkt noch keine Verhaltensänderung im Straßenverkehr. Ebenfalls können Untersuchungen in Fahrzeugflotten mit ständig wechselnden Fahrern nicht verallgemeinert und auf Privatfahrzeuge übertragen werden. Ohnehin können mit einer Blackbox nur einige Informationen aufgezeichnet werden, die zum Teil schon heute auf Steuergeräten von Airbag oder ABS gespeichert werden. Missachtet der Fahrer beispielsweise eine rote Ampel oder wechselt er im falschen Moment die Spur, so würde dies nicht aufgezeichnet werden. Gerade aber diese Fragen sind in den etwa drei Prozent der Unfälle mit unklarem Hergang offen.


Die Einführung einer Blackbox in Privatfahrzeugen könnte zudem den Wunsch von Polizei und Ordnungsbehörden wecken, die Daten daraus auch im Rahmen von Fahrzeugkontrollen auszuwerten und gegen den Fahrer zu verwenden. Trotzdem kann schon heute jeder Fahrzeugbesitzer freiwillig Fahrdaten durch den Einbau einer Blackbox speichern.


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