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Alkohol am Lenker


Die Stadt Münster geht mit Fahrverboten gegen betrunkene Radfahrer vor: Ein junger Mann, der mit mehr als zwei Promille erwischt worden war, darf nicht mehr in den Sattel. Seinen Führerschein hatte er schon vier Jahren abgeben müssen. Hält er sich nicht ans Radfahrverbot, droht ein Zwangsgeld von 500 Euro.

 

Wer trotz einer ersten Geldstrafe weiter Rad fährt, muss sogar mit höheren Strafen rechnen. „Das kann sich bis zu 100.000 Euro steigern“, sagt der Leiter des Münsteraner Ordnungsamts Martin Schulze-Werner. Das Verbot – rechtliche Grundlage ist Paragraph 3 der Fahrerlaubnisverordnung - wird im Verkehrszentralregister in Flensburg eingetragen und gilt bundesweit. In den Sattel darf der Radfahrer erst nachdem er mit einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) seine Fahreignung nachgewiesen hat. In elf weiteren Fällen hat die Stadt 18- bis 25-Jährige, die mit mehr als 1,6 Promille unterwegs waren, zur MPU gebeten. Fallen sie durch, sind sie ihren Führerschein los. Sofern sie noch einen hatten.

 

Hintergrund für das energische Vorgehen gegen Radfahrer ist die hohe Zahl an Unfällen mit Verletzten in Münster, wo auf 285.000 Einwohner rund 500.000 Fahrräder kommen. „Wir haben krasse Fälle“, berichtet Ordnungsamts-Chef Schulze-Werner, „zum Teil wurden Polizisten von betrunkenen Radfahrern über den Haufen gefahren.“


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