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Was nervt im Straßenverkehr

Autofahren kann das reinste Vergnügen sein: befreiend, entspannend, ein müheloses Dahingleiten - wenn nicht die anderen Autofahrer wären. Die nerven zuweilen gewaltig, sind ungeduldig, rücksichtslos und halten sich einfach nicht an die Regeln. Eine Umfrage des ADAC förderte jede Menge Ärgernisse zutage. Ein Überblick:

Ärgernis Nr. 1 mit großem Abstand: Drängler auf der Autobahn, die „ewigen Stoßstangenauffahrer“, wie Leser Michael S. sie nennt, „obwohl deutlich sichtbar ist, dass es wegen eines LKW ganz vorne nun mal nicht schneller geht“. Weiteres Ungemach auf der Autobahn bereiten „Dauerlinksfahrer“, „Blinkmuffel“, aggressive schnell und linksfahrende Transporter, „Sonntagsfahrer“, „selbsternannte Fahrlehrer“, „Rechtsüberholer“, „Mittelstreifenfahrer“, „S-Kurvenfahrer auf dreispurigen Autobahnen“ – oder auch einfach nur: „Holländer“.

In der Stadt klagen dagegen zwei Drittel aller Umfrageteilnehmer über Radfahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten. Ein Leser namens „Auswanderer“ ärgert sich über die „Spezie Super-Rennradfahrer: diese fahren trotz einwandfreiem Radweg rudelartig zu mehreren, zappelnderweise z.B. über die Landstraße. Und wenn die Ampel rot ist, wird über die grüne Fußgängerampel ausgewichen.“ Uwe B. regt sich auf über „die Möchtegern-Rennfahrer, die trotz vorhandener Fahrradwege die Fahrbahnen benutzen. Sie fahren alleine, zu zweit oder im Pulk von 10-12 Fahrern – auch nebeneinander“.

Leser Marcel wettert gegen „Motorroller (45km/h): Genauso ein Hindernis wie ein Fahrrad. 55-60km/h wäre wohl eine sinnvollere Grenze. So kann der Rollerfahrer ohne große Probleme im Verkehr mitschwimmen.“ Ihr Fett weg bekommen auch „Motorradfahrerhassende Nichtsgönner, die sich daran stören, wenn der Kradfahrer an einer Ampel vorfährt. So ein Zweirad ist doch wohl kein Hindernis?“ Leserin Tina ärgert sich über „Autofahrer, die Motorräder im Stau absichtlich vor lauter Missgunst nicht vorbei fahren lassen oder absichtlich noch schnell den Weg blockieren. Ich habe sogar schon mal gesehen, dass ein Autofahrer ganz schnell seine Fahrertüre geöffnet hat und der Motorradfahrer – obwohl im Schrittempo – gerade noch bremsen konnte!“ Schlimm auch: „Motorradfahrer ohne ausreichende Schutzkleidung oder sogar in Badelatschen!“

Generell unbeliebt sind „permanente Selbstüberschätzer mit dem Handy am Ohr und Zigarette in der Hand“, Überholer am Zebrastreifen, Zuparker von Radwegen, Schulter-Blick-Verweigerer, „die vollkommen überflüssigen SUVs und Hochdachkombis, meist gelenkt von sonnenbebrillten Ellenbogen-Typen (Männlein wie Weiblein) und Kindergartenmuttis, die einem jegliche Sicht nach vorne, nach hinten und zur Seite nehmen (vor allem beim Abbiegen)“, Gaffer, Touristen („Bleiben auf den Straßen stehen und halten ihre Kameras aus dem Wagen, um schnell ein paar Schnappschüsse zu machen“)  sowie „Bumm Bumm Bumm“ aus tiefergelegten 3er BMWs und Golfs - warum muss die schlechteste Mucke immer die lauteste sein?“

Kritik gibt es auch an den älteren Verkehrsteilnehmern: „Notorische Rentner, die mit ihrem Auto wie ein Panzer über die Straße schleichen und dann noch übelste Schimpfwörter parat haben, wenn man sie darauf hinweist, dass ihr Verhalten lebensgefährlich für alle Verkehrsteilnehmer ist.“

Leserin Mary fordert mehr Gelassenheit im Straßenverkehr: „Super aggressiv finde ich die Hupkonzerte nur wegen Kleinigkeiten oder weil man eine Sekunde zu spät reagiert. Das bringt doch noch nicht einmal Stressabbau für den Hupenden.“ Weitere Ärgernisse sind Schlaglöcher, die Pkw-Maut-Diskussion, mangelhafte Ladungssicherung, „Autos, die einem mit falsch eingestellten Scheinwerfern entgegenkommen bzw. am helllichten Tag mit Nebelscheinwerfer bzw. Nebelschlussleuchte fahren“ sowie „Radarfallen, an Stellen, die definitiv keine Unfallschwerpunkte sind: Abzocke!“ Leser Ulbrich gibt zu bedenken: „Die Ampeln sind bei viel und wenig Verkehr an, bis in die Nachtstunden - bedarfsgerecht ist etwas anderes.“

Bei aller Kritik gibt es aber auch Verbesserungsvorschläge. Conrad N. regt Tempolimits auf den jeweiligen Spuren an: „Rechts bis 100km/h, Mitte bis 140km/h und links open end.“ Leser Lars fordert „ein generelles Links- und Mittelspurfahrverbot für Lkws, Busse UND Gespanne, auch die Wohnwagenhelden mit ihren lustigen SUVs) auf der Autobahn auch an Steigungen!“  Leser Kirschweng fragt: „Warum werden nur die Autofahrer mit hohen Geldbußen belegt?
Radfahrer und Fußgänger bekommen weniger und geringere Geldstrafen.“

Auch die Ordnungshüter sind ein Thema. Leser Holger meint: „Fast alle Verkehrsverstöße werden nicht geahndet, weil die Polizei viel zu wenig präsent ist.“ Leserin Mary petzt dagegen: „Ich habe schon Polizisten bei Rot zu Fuß beobachtet…“ Und Leser Stefan erzählt: „Wenn man als ‘Feuerwehr-Angehöriger’ mitkriegt, wie mache auf das Sondersignal reagieren! Manche reagieren gar nicht auf das Blaulicht. Als ich einmal in einem ‘Verkehrsberuhigten Bereich’ die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 10 km/h eingehalten habe, bin ich dreist überholt worden - nicht von einem Taxi, sondern von der Polizei…“



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