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Achtung, Rutschgefahr!

Der Winter fordert vom Autofahrer besondere Tugenden: Vorsicht und Weitblick. Was Sie auf glatten Straßen beachten müssen, was Sie über ESP und ABS wissen sollten und wie Sie in Übung kommen.


Nicht erst seit dem Orkantief „Xaver“ wissen wir: Im Winter können weite Landstriche binnen Stunden unter einer dicken Schneedecke versinken. Und mit den glatten Straßen kommen die Unfälle. Warum? Nicht, weil die Straßen rutschig sind. Sondern weil Autofahrer dann schlichtweg zu schnell fahren und Fahrfehler begehen. Wir sagen Ihnen, wie Sie in der kalten Jahreszeit sicher unterwegs sind.


Basiswissen. Neun von zehn Pkw in Deutschland haben ein Antiblockiersystem (ABS) an Bord, mehr als die Hälfte ein Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP). Beide sorgen dafür, dass ein Auto auch bei Vollbremsung lenkbar bleibt, weil Räder nicht mehr blockieren. ESP kann darüber hinaus gezielt einzelne Räder abbremsen, falls ein Auto – z. B. bei Glätte – instabil wird und zu schleudern beginnt (Grafiken rechts). Das Fahrzeug wird dadurch in die eingeschlagene Richtung zurückgeführt. Eine im ESP integrierte Antriebsschlupf-Regulierung (ASR) verhindert zudem ein Durchdrehen der Antriebsräder.


Bremsweg. Bedenken Sie: Ihr Bremsweg kann sich auf Schnee (im Vergleich zur griffigen Straße) vervierfachen – trotz Winterreifen und ABS oder ESP. Aus 13 Metern Bremsweg bei Tempo 50 (auf griffiger Straße) können dann gut 50 Meter (plus Reaktionszeit) werden. Ergo: Abstand halten, langsam fahren, aufmerksam sein. 


Bremsen. Selbst bei vorsichtiger Fahrweise im Winter kann eine Notbremsung nötig werden. Haben Sie ABS oder ESP, dann treten Sie beherzt und kraftvoll auf die Bremse und halten Sie den Bremsdruck aufrecht. So erreichen Sie maximale Verzögerung und können Ihr Auto übers Lenkrad trotzdem manövrieren, also auch einem Hindernis ausweichen. Ohne ABS ebenfalls voll auf die Bremse; wenn der Wagen ausbricht, Pedal kurz lösen und nach Kurskorrektur wieder treten.


Kurven. Das Angstthema im Winter, denn die Assistenzsysteme halten ein Auto nur bis zu einem gewissen Grad automatisch auf Kurs. Fährt ein Wagen aber deutlich zu schnell in eine Kurve, kann er je nach Typ und Antriebsart über die eingeschlagenen Vorderräder geradeaus rutschen (Untersteuern) oder mit schleuderndem Heck die Spur verlassen (Übersteuern). 

Typische Fehler jetzt: hektisches Lenken, viel zu zaghaftes Bremsen oder gar Gas geben. Richtig dagegen: ein schneller, beherzter Tritt aufs Bremspedal („Bremsschlag“), am Lenkrad locker bleiben und nur sanfte Korrekturen. Wenige km/h Tempo-Abbau reichen meist, und das Auto ist wieder kontrollierbar.


Schneereste. Unangenehm – vor allem, wenn eine Autoseite auf griffigem, eine auf glattem Untergrund fährt. Doch keine Angst, mit ABS oder ESP können Sie auch jetzt jederzeit voll auf die Bremse gehen. Abweichungen von der Spur bleiben korrigierbar. Vorsicht bei Pkw ohne ABS/ESP: Sie könnten sich um die eigene Achse drehen; hier nur kurze Bremsschläge mit sofortiger Kurskorrektur. 


Schneeketten. Auf verschneiten Bergstrecken kommen Sie ohne Ketten nicht weit, oft sind diese sogar vorgeschrieben. Sie gehören auf die Räder der Antriebsachse (bei Allradautos Herstellerangaben beachten). Und was ist fahrerisch zu beachten? Neben dem erlaubten Maximaltempo (50 km/h) vor allem die Tatsache, dass ein Auto auch mit Ketten einen langen Bremsweg hat und wenig Kurvengeschwindigkeit verträgt. Also vorausschauend fahren. 

Wichtig: ESP (falls vorhanden) ausschalten. Grund: Die Antriebsräder mit Kette benötigen im Schnee Schlupf, um voranzukommen; das ESP hingegen versucht, ein Durchdrehen zu verhindern, und regelt die Motorkraft zu stark herunter. 


Eisglätte. Ist die Fahrbahn mit Eis überzogen, etwa nach Eisregen, gibt es nur noch eine Devise: Auto stehen lassen, Straßendienst abwarten. Denn hier ist die Haftung zwischen Reifen und Untergrund gleich null. 


Üben. Wenn Sie im Winter auf Nummer sicher fahren wollen, gönnen Sie sich ein Fahrsicherheitstraining beim ADAC. Alle hier genannten (Winter-)Situationen und viele mehr werden darin nicht nur besprochen, sondern intensiv geübt. Anmeldung: www.adac.de/sicherheitstraining.


Text: Claus Christoph Eicher


-> Weitere Tipps und ADAC Broschüre „Sicher durch den Winter“ unter www.adac.de/winter



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